Fremdenfeinde äussern sich immer radikaler

BERLIN. Die Stimmung in Deutschland wird immer vergifteter. An einer Pegida-Demonstration wurden symbolisch zwei Galgen hochgehalten, die für Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel bestimmt waren. An den Kundgebungen in Dresden wird offen Stimmung gegen Zuwanderer gemacht.

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BERLIN. Die Stimmung in Deutschland wird immer vergifteter. An einer Pegida-Demonstration wurden symbolisch zwei Galgen hochgehalten, die für Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel bestimmt waren. An den Kundgebungen in Dresden wird offen Stimmung gegen Zuwanderer gemacht. Auch die Alternative für Deutschland (AfD) macht mit politischer Hetze Schlagzeilen. Ein AfD-Kreisvorstand in Sachsen-Anhalt forderte via Facebook die Einführung der Todesstrafe, damit die politische Führung des Landes «an die Wand gestellt werden kann». Am rechten Rand bewegt sich zudem der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke. Woche für Woche ruft er in Erfurt zu Massenkundgebungen gegen die weitere Aufnahme von Flüchtlingen auf. AfD-Chefin Frauke Petry hat ihre Teilnahme an der Kundgebung vom 4. November wegen Differenzen mit Höcke abgesagt. In einem Rundmail an die Mitglieder schrieb sie, Höcke sei «nicht legitimiert, für die Bundespartei zu sprechen».

Derweil verurteilt die Bundesregierung vehement fremdenfeindliche Proteste. Vizekanzler und SPD-Chef Gabriel hat in einem TV-Interview die AfD nun zusammen mit der NPD als «offen rechtsradikal» bezeichnet. «Sie pflegen die Sprache der NSDAP, die Begriffe von Nazis, wenn sie davon sprechen, Politiker an die Wand zu stellen.» (cr)