Frankreich gedenkt mit Schweigeminute der Anschlagsopfer

Mit einer Schweigeminute ist am Donnerstag in ganz Frankreich der Opfer des Anschlags auf die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» gedacht worden. Um Punkt zwölf Uhr mittags hielten die Menschen landesweit inne, um ihre Trauer um die zwölf am Mittwoch getöteten Menschen zum Ausdruck zu bringen.

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Menschen gedenken in einer Schweigeminute vor der Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris der Todesopfer. (Bild: Keystone)

Menschen gedenken in einer Schweigeminute vor der Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris der Todesopfer. (Bild: Keystone)

Abgehalten wurde die Schweigeminute unter anderem in Behörden, Unternehmen und Schulen, Menschen versammelten sich zudem schweigend auf Plätzen und vor der Redaktion von «Charlie Hebdo» in Paris. Frankreichs Staatschef François Hollande nahm in der Pariser Polizeipräfektur an einer Schweigeminute teil.
Auf vielen Balkons und Plätzen hielten Menschen − wie bereits am Mittwoch − als Zeichen der Solidarität Schilder mit der Aufschrift «Je suis Charlie» («Ich bin Charlie») hoch. Unterbrochen wurde die Stille nur von läutenden Kirchenglocken. In Frankreich gilt offizielle Staatstrauer.

Auch die EU gedachte der Opfer des Anschlags. Vor dem EU-Parlament versammelten sich am Vormittag rund hundert Abgeordnete und Mitarbeiter und hielten eine Schweigeminute ab. Die Mitglieder der EU-Kommission hielten bei einem Besuch in Lettland ebenfalls eine Schweigeminute ab.

Schwer bewaffnete Männer hatten am Mittwoch die Redaktionsräume der französischen Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» gestürmt, die wegen ihrer Mohammed-Karikaturen seit Jahren von Islamisten angefeindet wird. Die Täter erschossen zwölf Menschen und verletzten mehrere weitere.

Die beiden Tatverdächtigen sollen am Donnerstag in Nordfrankreich gesehen worden sein. Ein Tankstellenbesitzer beim Ort Villers-Cotterêt habe die maskierten und bewaffneten Männer eindeutig erkannt, wie französische Medien berichteten.

Die als Haupttäter verdächtigten Brüder Chérif und Said Kouachi sind auf der Flucht. Nach Angaben aus Ermittlungskreisen sind sie schwer bewaffnet. Die beiden Tatverdächtigen führten offensichtlich Schnellfeuerwaffen mit sich, heisst es. Die Rede war auch von einer Panzerfaust. Die Polizei hat nach dem Terroranschlag mehrere Verdächtige festgenommen. Französische Medien berichteten, sieben Menschen seien in Gewahrsam genommen worden, es handle sich um Verwandte der Täter.

Die Chefin des rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen, brachte nach dem Anschlag erneut ein Referendum über die Todesstrafe in die Debatte. Sie wolle eine Abstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe vorschlagen, sollte sie (2017) zur Staatspräsidentin gewählt werden, bekräftigte Le Pen gegenüber dem Sender France 2. Die Franzosen sollten die Möglichkeit haben, darüber zu entscheiden. (sda)