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Flugzeugabsturz in Indonesien: Wohl alle 189 Menschen an Bord tot

13 Minuten nach dem Start brach der Kontakt zu Lion-Air-Flug 610 ab. Das Wrack des nagelneuen Flugzeugs liegt in 30 bis 40 Metern Tiefe vor der Küste Jakartas im Meer.
Ulrike Putz, Singapur
Rettungskräfte bringen die im Meer gefundenen Überreste der Absturz-Opfer in den Hafen von Jakarta. (Bild: Tatan Syuflana/Keystone (29. Oktober 2018))

Rettungskräfte bringen die im Meer gefundenen Überreste der Absturz-Opfer in den Hafen von Jakarta. (Bild: Tatan Syuflana/Keystone (29. Oktober 2018))

Die Wucht des Aufpralls war so gross, dass es selbst die Smartphones der Passagiere zerfetzte: In den Stunden nach dem Absturz eines mit 189 Menschen besetzten Flugzeugs auf dem Inlandflug von der indonesischen Hauptstadt Jakarta zur eine Flugstunde nördlich gelegenen Insel Pangkal Pinang fischten Helfer am Montag persönliche Gegenstände, Wrackteile und auch einige Leichenteile aus der Java-See, in die die Maschine bei Tagesanbruch gestürzt war.

Auf Fernsehbildern waren die Trümmer von Handys und Handtaschen, Teile der Bordwand und eine Notrutsche zu erkennen, die zufällig in der Nähe der Absturzstelle befindliche Fischerboote und Frachter geborgen hatten.

Auch Staatsbeamte unter den Opfern

Mit Überlebenden rechnete am Abend niemand mehr. Staatspräsident Joko Widodo sprach den Angehörigen der 181 Passagiere, 6 Flugbegleiter und 2 Piloten in einer Fernsehansprache sein Beileid aus und versprach, dass die Behörden alles daransetzten, die Toten schnellstmöglich zu bergen. Unter den Opfern sind auch 20 Beamte des indonesischen Finanzministeriums, die dienstlich unterwegs waren. Die Familienangehörigen der Opfer harrten am Abend am Flughafen in Jakarta aus, um dort auf Neuigkeiten zu warten.

Angehörige der Passagiere haben sich am Depati Amir Flughafen in Pangkal Pinang, eingefunden und warten auf Neuigkeiten von den Behörden. (Bild: AP Photo/Hadi Sutrisno)
Ein Mitarbeiter der Rettungsdienste untersucht Trümmerteile. (Bild: AP Photo/Tatan Syuflana)
Angehörige der Passagiere des Fluges Lion Air JT-610 warten auf Neuigkeiten. (Bild: AP Photo/Hadi Sutrisno)
Rettungskräfte bei der Absturzstelle. (Bild: AP Photo/Achmad Ibrahim)
Teil eines Flugzeugsitzes schwimmt im Meer. (Bild: EPA/STR)
Rettungskräfte arbeiten in Jakarta. (Bild: AP Photo/Tatan Syuflana)
Trümmerteile im Meer. (Bild: EPA/STR)
7 Bilder

Flugzeug stürzt in Indonesien ins Meer

Flug JT 610 der grössten indonesischen Billigfluglinie Lion Air hob um 6.30 Uhr vom Soekarno-Hatta International Airport in Jakarta ab und flog in nördlicher Richtung aufs Meer hinaus. Nur wenige Minuten später bat der Pilot, wegen technischer Probleme zum Flughafen zurückkehren zu dürfen, sagte der Vorstandschef der Fluggesellschaft, Edward Sirait. «Unser Pilot hat nach Vorschrift gehandelt», sagte Sirait. «Als er gesehen hat, dass es ein Problem gibt, hat er darum gebeten, zur Basis zurückkehren zu dürfen. Aber wir wissen, wie es zu Ende ging.» 13 Minuten nach dem Abflug brach der Kontakt zu der vor nur zwei Monaten in Betrieb genommenen Maschine ab. Das Wrack wird etwa 13 Kilometer von der Küste entfernt in 30 bis 40 Metern Tiefe vermutet.

Beim Flug zuvor schon technisches Problem

Bei dem Flugzeugtyp Boeing 737-MAX-8 handelt es sich um die auf Spritsparen getrimmte Neuauflage des seit den 1960er-Jahren gebauten Mittelstreckenjets Boeing 737. Die ersten Exemplare der «MAX» wurden im Mai 2017 ausgeliefert – ausgerechnet an Lion Air. Der abgestürzte Jet war der Airline zufolge erst 2018 gebaut worden und hatte erst 800 Flugstunden hinter sich. Zwar habe der Flieger auf einem vorherigen Flug ein technisches Problem gehabt, das sei jedoch behoben worden, sagte der Lion-Air-Chef. Die Fluglinie habe elf baugleiche Maschinen in Betrieb, die jedoch nicht stillgelegt werden sollen.

Da die Maschine kein automatisches Notsignal absetzte, wird erst die Auswertung des Flugschreibers über die genaue Unglücksursache Aufschluss geben. Pilot und Co-Pilot hatten jeder über 5000 Flugstunden absolviert und waren somit sehr erfahren. Lion Air wurde 1999 gegründet und operiert in Indonesien, Australien und dem Nahen Osten. 2013 rutschte eine Maschine der Airline bei der Landung auf Bali ins Meer, wobei jedoch niemand zu Tode kam. Laxe Sicherheitsstandards hatten zur Folge, dass Lion Air erst 2016 die Lizenz erhielt, europäische Flughäfen anzusteuern.

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