Flucht per Helikopter aus russischem Hochsicherheitstrakt

Spektakuläre Gefängnisflucht in Russland: Mit einem entführten Helikopter ist ein dreifacher Mörder aus einem Hochsicherheitstrakt ausgebrochen – die Freiheit währte nur kurz. Die zwei Fluchthelfer hingegen konnten noch nicht dingfest gemacht werden.

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Der Mörder flüchtete mit einem Helikopter aus dem Gefängnis (Symbolbild)

Der Mörder flüchtete mit einem Helikopter aus dem Gefängnis (Symbolbild)

Keystone

Zwei Komplizen hatten zunächst den Piloten eines Helikopters gezwungen, über dem Gefängnis im Raum Wologda rund 500 Kilometer nordöstlich von Moskau zu kreisen. Dann liessen sie eine Strickleiter herab, an der der 35-Jährige hochkletterte.

Trotz Warnschüssen sei dem zu 24 Jahren Lagerhaft verurteilten Schwerverbrecher die Flucht gelungen, teilte die Polizei am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Nach wenigen Stunden wurde der Ausbrecher aber wieder geschnappt.

Schusswechsel mit der Polizei

Der Mann habe Widerstand geleistet und sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei verletzt worden, sagte die zuständige Person bei der russischen Strafvollzugsbehörde. Laut einem Bericht der Website Lifenews.ru versuchte der Ausbrecher, sich selbst zu töten, als er merkte, dass er umstellt war. Seine beiden Komplizen seien in unterschiedliche Richtungen geflohen.

Den Helikopter vom Typ Mi-2 mit dem gefesselten Piloten fand die Polizei rund 50 Kilometer vom Gefängnis entfernt. «Das war wie in Hollywood», sagte ein Justizsprecher. Von den beiden Komplizen fehlte zunächst jede Spur.

Gefängnisausbrüche mit Helikoptern hatte es in den vergangenen Jahren etwa in Frankreich, Belgien und Griechenland gegeben. Im postsowjetischen Russland war bislang kein solcher Fall bekannt gewesen. (sda/dpa/afp)