Fataler Fehler der spanischen Justiz

Drucken
Teilen

Terroranschläge Die spanische Justiz hat einen schweren Fehler im Umgang mit dem mutmasslichen Kopf der Terrorzelle in Katalonien eingeräumt. Ein Richter habe die Abschiebung von Imam Abdelbaki Es Satty 2015 gestoppt, erklärten die Behörden gestern. Der Richter habe damals befunden, der Imam stelle keine «ausreichend schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung» dar. Es Satty habe damals eine vierjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels verbüsst. Der zuständige Richter sei jedoch zum Schluss gekommen, der Imam bemühe sich «um eine Integration in die spanische Gesellschaft». Es Satty gilt als Drahtzieher hinter den Anschlägen in Katalonien mit 15 Toten und mehr als 120 Verletzten.

Am Dienstag hatten zwei der festgenommenen Terrorverdächtigen ausgesagt, der Imam habe hinter den Anschlagsplänen gesteckt und habe sich als Selbstmordattentäter in die Luft sprengen wollen. Nach dem Imam wurde tagelang gefahndet. Nach letzten Erkenntnissen kam er kurz vor den Attentaten bei einer Sprengstoff-Explosion in einem Haus in Alcanar ums Leben. (sda)