Europol warnt vor Anschlägen des IS

AMSTERDAM. Die Polizeibehörde Europol hat vor grossangelegten Anschlägen durch die Terrormiliz «Islamischer Staat» in Europa gewarnt. Diese habe «neue, gefechtsartige Möglichkeiten», warnte Direktor Rob Wainwright. Sie wolle weltweit eine Reihe «grossangelegter Terroranschläge» verüben.

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AMSTERDAM. Die Polizeibehörde Europol hat vor grossangelegten Anschlägen durch die Terrormiliz «Islamischer Staat» in Europa gewarnt. Diese habe «neue, gefechtsartige Möglichkeiten», warnte Direktor Rob Wainwright. Sie wolle weltweit eine Reihe «grossangelegter Terroranschläge» verüben. Ein Europol-Bericht kommt zum Schluss, dass die Terroristen «insbesondere Europa» im Visier hätten.

Ein spezielles Kommando

Die von Europol gesammelten Informationen deuteten darauf hin, dass der «IS» ein Kommando für Einsätze ausserhalb seines «Kalifats» in Syrien und Irak gebildet habe. Es werde «für Angriffe nach Vorbild von Spezialeinsatzkräften in einem internationalen Umfeld trainiert». Der «IS» habe gezeigt, dass er über die Möglichkeit verfüge, «zu jeder Zeit fast jedes mögliche Ziel anzugreifen». Europol verwies darauf, dass die Anschläge in Paris vom November nach dem Vorbild jener von Bombay in Indien im Jahr 2008 abliefen.

Es gebe aber keine Beweise, dass «reisende Terroristen systematisch den Flüchtlingsstrom» nutzten, um unerkannt nach Europa zu kommen, heisst es weiter. «Eine echte und unmittelbar drohende Gefahr» sei aber, dass sunnitische Moslems in der syrischen Flüchtlingsdiaspora anfällig für Radikalisierung würden, sobald sie in Europa seien.

Antiterrorzentrum eröffnet

Wainwright stellte den Bericht am Rand des Treffens der EU-Innen- und -Justizminister anlässlich der Arbeitsaufnahme des neuen Europol-Antiterrorzentrums in Amsterdam vor. Das «European Counter Terrorism Centre» (ECTC) sei «ein wichtiger Schritt», um eine «aggressive neue Form des internationalen Terrorismus zu bekämpfen», sagte er. In dem Zentrum werden vorerst 40 bis 50 Experten arbeiten, die einen besseren Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden der Mitgliedstaaten ermöglichen sollen. (afp)

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