EU-Einreise: Grünes Licht für China und Serbien, nicht aber für die USA

Ab Juli will Brüssel wieder Reisende aus 15 Ländern in die Europäische Union lassen. Während für Serbien und China die Grenzen aufgehen, müssen Amerikaner draussen bleiben. Das hat auch seinen Grund.

Remo Hess aus Brüssel
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Reisende aus 15 Ländern dürfen ab Juli wieder in die EU. Für Amerikaner gilt die neue Öffnung nicht.

Reisende aus 15 Ländern dürfen ab Juli wieder in die EU. Für Amerikaner gilt die neue Öffnung nicht.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien, Uruguay. Mit diesen Ländern will die Europäische Union ab Juli den Reiseverkehr wieder hochfahren. Dazu kommt China, sofern Peking die Einreise für Europäer und Europäerinnen auch wieder erlauben sollte.

Die Schweiz als Schengen-Mitglied dürfte die Liste übernehmen, sobald sie am Dienstag formal abgesegnet wird. Offen ist, ob sie bei manchen Ländern noch etwas zuwartet oder zumindest Einschränkungen wie Quarantänebestimmungen und Temperaturmessungen einführt, was rechtlich möglich wäre. In den letzten Tagen sind in der Schweiz vermehrt «importierte» Coronainfektionen, zum Beispiel von Serbien-Rückkehrern festgestellt worden.

Die Erklärung der EU

Der EU-Einigung vorausgegangen waren intensive Diskussionen. Noch am Freitag umfasste die Liste gegen 30 Länder. Zu reden gab auch, dass die USA draussen bleiben müssen, während mit China der Reiseverkehr wieder aufgenommen wird. Die EU hat sich Mühe gegeben, die Entscheidung ausschliesslich auf epidemiologische Kriterien abzustützen und nicht in ein politisches Hick-Hack zu verfallen.

Das Hauptkriterium war, dass die Neuinfektionsrate nicht über dem EU-Durchschnitt von 16 Ansteckungen pro 100000 Einwohner liegt. In den USA steigen die Infektionen wieder und liegen momentan um ein Vielfaches über dieser Grenze. Daneben stellten verschiedene EU-Staaten aber auch die Verlässlichkeit der von manchen Ländern gelieferten Zahlen infrage. Andere machten sich aufgrund ihrer historischen Beziehungen für ein bestimmtes Land stark. Frankreich zum Beispiel setzte alles daran, dass Marokko und Algerien auf die Liste kamen. Zypern als Urlaubsinsel hätte gerne Russland und Israel empfangen. Die Liste soll regelmässig aktualisiert werden.