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EU-Botschafter in der Türkei tritt zurück

ANKARA. Nach nicht einmal einem Jahr ist Schluss. Hansjörg Haber, EU-Botschafter in Ankara und damit höchster Repräsentant der Europäischen Union in der Türkei, hat gestern ankündigen lassen, er werde von seinem Posten zurücktreten.

ANKARA. Nach nicht einmal einem Jahr ist Schluss. Hansjörg Haber, EU-Botschafter in Ankara und damit höchster Repräsentant der Europäischen Union in der Türkei, hat gestern ankündigen lassen, er werde von seinem Posten zurücktreten.

Zerrüttetes Verhältnis

Offiziell wollte die Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini, die Haber nach Ankara geschickt hatte, keine Gründe für den Rücktritt angeben. Inoffiziell ist davon die Rede, dass das Verhältnis Habers mit der türkischen Regierung unrettbar zerrüttet ist. Nach aussen sichtbar wurde das vor einem Monat. Da wurde Haber ins türkische Aussenministerium zitiert und dort gerügt, weil er das türkische Volk beleidigt habe. Anlass dieser Rüge war eine Bemerkung Habers gegenüber einer Runde von Journalisten. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu soll er gesagt haben, in die Verhandlungen um die Aufhebung der Visapflicht sei die Türkei «Wie ein Deutscher gestartet und wie ein Türke gelandet».

Das sei die Umkehrung des Sprichwortes «Wie ein Türke gestartet und wie ein Deutscher gelandet» mit dem gemeint sei, mit heissem Herzen an eine Aufgabe herangehen und sie mit Präzision und kühlem Kopf zu Ende bringen. Die Türkei habe eben das Gegenteil getan und komme nun bei den Kriterien für die Aufhebung der Visapflicht nicht weiter.

Anti-Terror-Gesetz unverändert

Dass die türkische Regierung auf diese Bemerkung so empfindlich reagiert hat, zeigt, wie gross der Frust in der Türkei über die EU ist. Im Rahmen des Flüchtlingsabkommens sollte als Belohnung dafür, dass die Türkei Flüchtlinge zurückhält oder von Griechenland zurücknimmt, die visafreie Einreise türkischer Bürger in die EU gestattet werden. Doch erst gestern hatte Premier Yilderim erneut bekräftigt, er denke gar nicht daran, die Anti-Terror-Gesetze im Sinne der EU zu ändern. (J.G.)

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