Es wird eine rasante Fahrt

Zur Sache

Maurizio Minetti
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Wer die letzten Jahrzehnte unter einem Stein verbracht hat, könnte es eventuell nicht mitbekommen haben. Für alle anderen ist offensichtlich: Wir leben nicht mehr in der Steinzeit, sondern im digitalen Zeitalter. Computer sind omnipräsent, das Internet ist allgegenwärtig. Daten sind das neue Erdöl. Industrie 4.0, Roboter, Blockchain, smarte Städte, künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen: Man kennt die Floskeln und kann sie nicht mehr hören. Die Debatte über Chancen und Risiken der Digitalisierung dreht sich seit geraumer Zeit im Kreis. Hier die Apologeten der digitalen Revolution, die in jeder Neuerung einen Quantensprung erkennen wollen und stets Segen und Chancen in den Vordergrund stellen. Dort die Skeptiker, die beim Datenschutz ein grosses Fragezeichen setzen und davor warnen, dass der arbeitende Mensch dereinst komplett durch Computer und Roboter ersetzt werden könnte.

Gewiss; soziale Standards müssen auch in der Informationsgesellschaft hochgehalten werden. Und es darf nicht sein, dass Hurra-Digitalisierer ohne Rücksicht auf Verluste Jahrhunderte alte Errungenschaften unseres Sozialstaates auf den Kopf stellen. Die Politik soll darum Leitplanken setzen, wo es nötig ist.

Es ist aber völlig illusorisch zu glauben, dass wir alles kontrollieren können. Die Digitalisierung wird eine rasante Achterbahnfahrt. Als roh- stoffarmes Land bleibt uns nichts anderes übrig, als uns kopfüber in das Informationszeitalter zu stürzen. Die Schweiz soll – nein, sie muss – ganz vorne mitspielen, wenn sie den Anschluss nicht verlieren will. Abseits stehen ist keine Option. Seite 13