«Es war uns eine Ehre, dass du unser Trikot getragen hast»: Die Reaktionen auf Tranquillo Barnettas Rücktritt

Während Fans und ehemalige Arbeitgeber Tranquillo Barnetta zu seiner Karriere gratulieren, lassen die Schweizer Medien nochmals die Höhepunkte seiner Fussballer-Laufbahn Revue passieren. Man ist sich einig: Mit Barnetta verlässt ein Grosser des Schweizer Fussballs die Bühne. 

Tim Naef
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In seiner 17-jährigen Profikarriere spielte Tranquillo Barnetta für insgesamt sechs Vereine. (Bilder: freshfocus)

In seiner 17-jährigen Profikarriere spielte Tranquillo Barnetta für insgesamt sechs Vereine. (Bilder: freshfocus)

Der Rücktritt Tranquillo Barnettas machte weit über die Ostschweiz hinaus Schlagzeilen. Der Schweizer Boulevard beispielsweise schreibt Barnetta einen offenen Brief. Der Autor erzählt dabei, wie er Barnetta  1997 kennengelernt hat und was er in all den Jahren so mit ihm erlebt hat. Dabei streicht er immer wieder die Bedeutung für den Schweizer Fussball und vor allem für den FC St.Gallen heraus: 

«Es ist 2017, als Du nach Deiner Rückkehr in die Heimat endgültig zum St.Galler Fussball-Gott wirst. Es ist 2019, wo Du die Zeichen der Zeit richtig deutest und zurücktrittst.»

Etwas differenzierter beurteilt die Neue Zürcher Zeitung die Demission Barnettas: «Der FC St.Gallen verliert mit ihm, diesem Sohn der Stadt, einen der wichtigsten Werbeträger.» Aber auch sportlich sei es ein herber Verlust: «Und trotz seinen Gebrechen und vereinzelten Pausen ist er in dieser Super-League-Saison der zweitbeste Torschütze seines Teams.»

«Es war uns eine Ehre»

Nebst Zeitungen, reagierten auch ehemalige Vereine auf den Rücktritt. Sein ehemaliger Arbeitgeber aus der Bundesliga, Schalke 04, wünscht seinem ehemaligen Schützling alles gute: 

Und auch in Übersee blieb Barnettas Rücktritt nicht unbeachtet. Philadelphia Union, bei welchen er von 2015 bis 2017 unter Vertrag stand, verneigt sich vor dem St.Galler: «Ein wahrer Profi verkündet seinen Rücktritt. Gratulation zu einer unglaublichen Karriere. Es war uns eine Ehre, dass du unser Trikot getragen hast.»

Viel Dankbarkeit bei den Fans

«Schade»: Der Grundtenor in den Kommentarspalten zu Barnettas Rücktritt ist einhellig. Grosses Bedauern wechselt sich mit Dankbarkeit ab. So schreibt etwa Karl Tomasone auf Facebook:

«Du fehlst jetzt schon. Danke für die fussballerischen Momente.»

Und auch Daniel Klein fügt hinzu:

«Schade. Aber er war schon lange im Geschäft. Er hat es sich verdient. Danke Tranquillo für die tollen Jahre. »

Auch wenn die meisten Kommentare Dankbarkeit und Bedauern ausdrückten, sind auch - wie im Internet üblich - Kritiker zu hören. Auch wenn es nur wenige sind. Osamu Kudo beispielsweise fragt in die Runde: 

«Wird vielleicht Zeit?»

Dass die Kritiker in der Minderheit sind, wird auch im Kommentar von Ernst Lieberherr deutlich. Er möchte von der Community wissen: 

«Ist das ein Verlust?»

Die Reaktionen darauf könnten deutlicher nicht ausfallen. «Wenn Sie die Antwort nicht wissen, dann sollten Sie nicht weiter FCSG-Artikel kommentieren... schönen Tag noch», schreibt Andy Högger. Und auch die weiteren Antworten gehen in diese Richtung. Die deutliche Ablehnung zeigt Wirkung. Nach wenigen Stunden kommentiert Ernst Liebherr nochmals: 

«Oh, hab ich euch verarscht? Natürlich fehlt der Quillo dem FC. Aber was kommt nach?»

Ob es sich dabei um einen Rettungsversuch oder nicht funktionierenden Sarkasmus im Internet handelt, lässt sich nicht beantworten. Die restlichen Facebook-User strafen den zweiten Kommentar jedenfalls mit Schweigen.