Erstaunen am Mittagstisch

Ungläubig verfolgen die Gäste an der Theke der lokalen «Rock Bottom»-Brauerei von Bethesda die Bilder, die aus Berlin über die Mattscheiben flimmern. Der Menschenauflauf, der sich vor der Siegessäule erstreckt, übertrifft alles, was Amerikaner aus hiesigen Wahlkampfauftritten kennen.

Drucken

Ungläubig verfolgen die Gäste an der Theke der lokalen «Rock Bottom»-Brauerei von Bethesda die Bilder, die aus Berlin über die Mattscheiben flimmern. Der Menschenauflauf, der sich vor der Siegessäule erstreckt, übertrifft alles, was Amerikaner aus hiesigen Wahlkampfauftritten kennen. Kein Reporter, der dies nicht immer wieder betont. «Sie scheinen Obama zu mögen», meint ein Gast an der Theke. «Willkommen im globalen Dorf» sagt sein Nachbar, der wie viele Amerikaner Obamas Rede in der Mittagspause verfolgt.

«Er hat den Europäern nicht gesagt, was sie hören wollten, sondern, was sie hören mussten», lobt Senator John Kerry die Rede, in der Obama «heisse Eisen» wie den Einsatz in Afghanistan, die gemeinsame Verantwortung für Irak und den Kampf gegen den Terrorismus anpackte. Damit habe er Führungsstärke bewiesen, sagt Kerry. Er hatte vor vier Jahren gegen Bush kandidiert.

Richard Wolffe, der als Korrespondent von «Newsweek» Präsident Bush in den letzten Jahren auf Auslandsreisen begleitete, kommentiert: «Welch ein Kontrast! Menschen zeigen nicht Protestbanner, sondern schwenken amerikanische Fähnchen.» (T.S.)

Aktuelle Nachrichten