Erschütterter Präsident Hollande ruft den Notstand aus

Der französische Präsident François Hollande hat nach den neuen Anschlägen in Paris den nationalen Notstand ausgerufen. Außerdem schließt Frankreich fürs erste seine Grenzen.

Stefan Brändle
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Frankreichs Präsident Francois Hollande spricht im Elysee Palast am Samstag vor den Medien. (Bild: STEPHANE DE SAKUTIN (AP AFP POOL))

Frankreichs Präsident Francois Hollande spricht im Elysee Palast am Samstag vor den Medien. (Bild: STEPHANE DE SAKUTIN (AP AFP POOL))

Hollande verbrachte gerade wie Zehntausende von Zuschauern einen angenehmen Fußballabend im Stade de France, und die französischen "Bleus" führten bereits mit 1:0 gegen Deutschland – als er von seinen Mitarbeitern über mehrere Schießereien und Explosionen, zum Teil in unmittelbarer Nähe des Stadions, ins Bild gesetzt wurde. Sicherheitskräfte brachten den Staatschef umgehend von den Tribünen weg. Mit Blaulicht wurde er in den Elysée-Palast gefahren, wo er vor Mitternacht vor das Fernsehpublikum trat.

"Es ist schrecklich" meinte er sichtlich bewegt, um mitzuteilen, dass in Teilen von Paris immer noch Terroranschläge "im Gang" seien. Ihr ganzes Ausmaß wurde erst langsam klar – bei über 140 Toten pendelten sich die Berichte vorerst ein. In der Tat eine schreckliche Zahl, mehr als doppelt so hoch wie bei den Anschlägen von Januar auf die Charlie Hebdo-Redaktion und einen jüdischen Supermarkt. Der Link zu diesen Attentaten, die eine beispiellose Solidaritätswelle ausgelöst hatten, ist offensichtlich: Die Anschläge fanden ganz in der Nähe der Charlie-Redaktion statt.

Frankreich ruft Notstand aus
"Frankreich muss stark und entschlossen sein", deklarierte Hollande weiter. "Was die Terroristen wollen, ist, Angst und Schrecken zu verbreiten. Und das verbreiten sie auch wirklich – aber Frankreich ist eine Nation, die sich zu verteidigen weiß. Ich bitte Sie, den Sicherheitskräften Ihr Vertrauen zu schenken." Dann gab der sozialistische Präsident bekannt, dass er im Pariser Großraum eine "militärische Verstärkung" aufgeboten habe.

Paris attacks aftermath - reactions (Bild: Keystone)
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TERRORISMUS, ANSCHLAEGE, ANSCHLAG, TERRORNACHT, TERRORANSCHLAEGE, (Bild: Keystone)
France Paris Attacks (Bild: Keystone)
Attacks in Paris aftermath (Bild: Keystone)
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FRANCE PARIS SHOOTING (Bild: THIBAULT CAMUS (AP))
FRANCE PARIS SHOOTING (Bild: THIBAULT CAMUS (AP))
FRANCE PARIS SHOOTING (Bild: THIBAULT CAMUS (AP))
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Paris attacks (Bild: YOAN VALAT (EPA))
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: KAMIL ZIHNIOGLU (AP))
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Paris attacks (Bild: LAURENT DUBRULE (EPA))
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Paris attacks (Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON (EPA))
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FRANCE PARIS SHOOTING CANADA (Bild: LARRY MACDOUGAL (AP CP))
Paris attacks (Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON (EPA))
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Paris attack (Bild: ETIENNE LAURENT (EPA))
Paris attack (Bild: ETIENNE LAURENT (EPA))
Paris attack (Bild: ETIENNE LAURENT (EPA))
Paris attack (Bild: ETIENNE LAURENT (EPA))
JAPAN FRANCE PARIS SHOOTINGS REAX (Bild: KOJI SASAHARA (AP))
PARIS SHOOTINGS-WTC LIGHTING (Bild: KEVIN HAGEN (FR170574 AP))
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
Paris attacks (Bild: Keystone)
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FRANCE PARIS SHOOTING (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTING (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTING (Bild: Keystone)
Shooting in restaurant (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
France Paris Shootings (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
France vs Germany (Bild: Keystone)
APTOPIX FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
France vs Germany (Bild: Keystone)
France vs Germany (Bild: Keystone)
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France vs Germany (Bild: Keystone)
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Paris attacks (Bild: Keystone)
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Paris attacks (Bild: Keystone)
Paris attacks (Bild: Keystone)
APTOPIX FRANCE PARIS SHOOTINGS (Bild: Keystone)
Paris attacks (Bild: Keystone)

Paris attacks aftermath - reactions (Bild: Keystone)

In ganz Frankreich rief er den Notstand (état d’urgence) aus und schloss die Grenzen. Das bedeutet fürs Erste die Wiedereinführung von Grenzkontrollen, die durch das Schengen-Abkommen aufgehoben worden waren. Ortsweise können die Behörden eine Ausgangssperre verhängen. Seit den schweren Banlieue-Krawallen von 2005 ist es das erste Mal, dass Frankreich den Notstand beschließt.

Bewohner sollen zu Hause bleiben
Sämtliche Sicherheitskräfte seien mobilisiert, sagte der Präsident ferner, bevor er sich mit Premierminister Emmanuel Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und anderen Regierungsvertretern zu einer Krisensitzung traf. "Wir haben alle möglichen Kräfte mobilisiert, um die Terroristen zu neutralisieren." Die Polizeipräfektur von Paris empfahl den Bewohnern der französischen Hauptstadt, "in den nächsten Stunden zu Hause zu bleiben", wenn keine "absolute Notwendigkeit" zum Verlassen des Wohnortes bestehe.

Das Anti-Terror-Dispositiv Vigipirate wird ferner auf die höchste Stufe "alpha rouge" (Alpha rot) angehoben. Das bedeutet, wie Hollande selber sagte, dass gewisse "heikle" Örtlichkeiten ganz geschlossen werden können. Die Notfalldienste müssen sich bereit halten. Gewisse Verkehrsachsen können geschlossen werden.

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