Erdogan bietet Austausch an

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Istanbul Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den USA die Übergabe eines in­haftierten Amerikaners im Austausch gegen die Auslieferung des muslimischen Predigers Fethullah Gülen in Aussicht gestellt. «Gebt ihn uns, und wir stellen den anderen vor Gericht und geben ihn euch», sagte Erdogan gestern in Ankara bei einer Veranstaltung der Polizeiakademie. Bei dem Amerikaner handelt es sich um den Pastor Andrew Brunson, ­dessen Freilassung US-Präsident Donald Trump fordert.

Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Brunson war nach rund zwei Jahrzehnten in der Türkei im vergangenen ­Dezember in Untersuchungshaft ­genommen worden. Dem christlichen Geistlichen werden unter anderem Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen.

Die türkische Regierung hatte im vergangenen Monat ein Dekret erlassen, das dem Präsidenten erlaubt, inhaftierte Ausländer in der Türkei gegen bestimmte Türken im Ausland auszutauschen, die dort verhaftet oder verurteilt wurden. Voraussetzung ist, dass «die nationale Sicherheit und das Interesse des Landes es erfordern». Anwälte halten es aber für möglich, dass das Dekret von der Regierung breiter ausgelegt wird. (sda)