Erdogan beendet Dialog mit den Kurden offiziell

ISTANBUL. Der türkischen Präsident Erdogan hat den Friedensprozess mit der kurdischen PKK gestern auch offiziell für beendet erklärt: «Es ist nicht möglich, einen Dialog fortzuführen mit denjenigen, welche die Einheit und Integrität der Türkei untergraben.

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ISTANBUL. Der türkischen Präsident Erdogan hat den Friedensprozess mit der kurdischen PKK gestern auch offiziell für beendet erklärt: «Es ist nicht möglich, einen Dialog fortzuführen mit denjenigen, welche die Einheit und Integrität der Türkei untergraben.» Die Erklärung erfolgte zeitgleich mit dem Beginn der von der Türkei gewünschten Nato-Sondersitzung in Brüssel. Die Türkei erwarte, dass die Verbündeten «unseren Anti-Terror-Kampf» unterstützen und «das Selbstverteidigungsrecht der Türkei anerkennen».

Erdogan fühlt sich dabei auf sicherem diplomatischen Terrain, weil er sich der Unterstützung der Nato-Führungsmacht USA sicher glaubt. Nach langen zähen Verhandlungen war letzte Woche ein Agreement zwischen den USA und der Türkei zustande gekommen. Jetzt wollen die Türkei und die USA gemeinsam den IS von einem ungefähr 120 Kilometer langen Streifen entlang der syrischen Grenze zurückdrängen, um den Nachschub des IS über die Türkei abzuschneiden und IS-Übergriffe auf türkisches Staatsgebiet zu verhindern.

Die Frage bislang war, wer anstelle des IS in dem Gebiet die Kontrolle übernehmen soll, wen Ankara gleichzeitig die mit der PKK verbündeten Kurden angreift. Nun liess Erdogan jetzt die Katze aus dem Sack: Eine Truppe von 5000 syrischen Turkmenen, bewaffnet und trainiert von der Türkei, soll in den Raum (J.G.)