Erdbeben in Serbiens Politik

BELGRAD. Die um zwei Jahre vorgezogene Parlamentswahl in Serbien hat die Parteienlandschaft in dem Balkanland von Grund auf umgestaltet. Die bereits bisher stärkste «Fortschrittspartei» (SNS) konnte mit rund 50 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit gewinnen.

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BELGRAD. Die um zwei Jahre vorgezogene Parlamentswahl in Serbien hat die Parteienlandschaft in dem Balkanland von Grund auf umgestaltet. Die bereits bisher stärkste «Fortschrittspartei» (SNS) konnte mit rund 50 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit gewinnen. Das berichtete die Wahlforschungsgruppe Cesid in Belgrad am Sonntag auf der Basis von Hochrechnungen. Im Parlament kann sich die Partei damit auf 160 der 250 Abgeordneten stützen. Die rechtspopulistische SNS will einen Politikwechsel einleiten, der «den zukünftigen Generationen zugutekommen wird».

Einen tiefen Fall erlebte nach internen Querelen die bisher zweitstärkste Demokratische Partei (DS). Sie kam nach diesen Berechnungen nur noch auf rund sechs Prozent der Stimmen, während sie vor zwei Jahren noch 25 Prozent erreicht hatte.

Auf den zweiten Platz in der Wählergunst schoben sich am Sonntag dagegen die Sozialisten (SPS) von Regierungschef Ivica Dacic. Sie konnten ihr Ergebnis mit rund 15 Prozent leicht verbessern. Damit bekommen sie in der neuen Volksvertretung 50 Sitze (bisher 44). Alle anderen Parteien kämpfen um das Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde. Allerdings: Das Interesse der Bürger an der Wahl war gestern noch deutlich geringer als bei der letzten Wahl, als am Ende nur knapp 59 Prozent der 6,8 Millionen Wahlberechtigten abgestimmt hatten. (dpa)