Terror-Attacke in Christchurch
Er stellte sich dem Attentäter Brenton Tarrant in den Weg – und verhinderte Schlimmeres

Mehrere Männer, die Zeuge der zweiten Moschee-Attacke in Christchurch wurden, verhinderten mit ihrem Mut, dass Attentäter Brenton Tarrant noch mehr Menschen umbringen konnte.

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Kopie von Terror in Christchurch/Neuseeland (Stand: Sonntag, 17.3.2019)
43 Bilder
Alabi Lateef schlug das Fenster vom Auto des Attentäters ein - die Polizei wurde dadurch auf den Wagen aufmerksam.
Sie vermissen noch einen Freund, einen Flüchtling, nach dem Attentat.
Blumen zum Gedenken für die Opfer am Botanischen Garten in Christchurch.
Blumen zum Gedenken für die Opfer am Botanischen Garten in Christchurch.
Einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant am Samstag offiziell des Mordes beschuldigt worden.
Brenton Tarrant formt mit einer Hand im Gerichtssaal das Zeichen der rechtsextremen White-Power-Bewegung.
Der Australier Brenton Tarrant (28) ist ein Todesschütze beim Attentat von Christchurch/Neuseeland. Der Rechtsextreme hat sich bei den Taten selbst gefilmt und dies im Video live gestreamt.
Trauernde vor einem Spital in Christchurch.
Eine Frau, die beim Attentat ihren Ehemann verlor, ist fassungslos.
Blumenmeer von Trauernden in Christchurch.
Diese Nachricht wurde vor dem Spital in Christchurch niedergelegt.
«Das ist nicht Neuseeland»: Vor der Al Noor Masjid Moschee in Christchurch haben Trauernde Blumen zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.
Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten.
Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Es handelte sich um die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und um eine Moschee im Vorort Linwood.
Am Tag nach dem Attentat ist Tarrant vor Gericht erschienen.
Blumenmeer für die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Forensiker vor der Al Noor Masjid-Moschee in Christchurch.
Vorbild für Brenton Tarrant: Der norwegische Massenörder Anders Breivik.
Ebenso Vorbild für Brenton Tarrant: Radovan Karadzic, serbischer Kriegsverbrecher.
Die Masjid Al Noor Mosque-Moschee in Christchurch.
Sicherheitskräfte riegelten nach der Tat die komplette Innenstadt von Christchurch ab,
Neuseeländische Medien berichteten von Dutzenden Toten und Verletzten: Um 9.30 Uhr lag die Zahl der Todesopfer bei 49.
Rechter Terror in Neuseeland: Ein Mann weint, als er die Schreckensnachricht am Telefon erzählt.
Die Sicherheitskräfte gaben bekannt, dass vier Verdächtige festgenommen worden seien.
Es handele sich um drei Männer und eine Frau.
Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von einem der Täter stammen.
Dies ist ein weiterer Screenshot aus dem Video.
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Die sozialdemokratische Politikerin sprach von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes.
Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigt, dass einer der Täter ein Australier ist. Der Angriff sei von einem "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen" verübt worden, sagte Morrison er.
Zeugen eines Anschlags werden von der Polizei eskortiert.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.

Kopie von Terror in Christchurch/Neuseeland (Stand: Sonntag, 17.3.2019)

MICK TSIKAS

Attentäter Brenton Tarrant (28) hatte während des Freitagsgebets in der Linwood-Moschee sieben Menschen getötet, als sich Abdul Aziz, der Schüsse gehört hatte, ihm in den Weg stellte. In der Hand hatte er eine Kreditkarten-Maschine, das erstbeste, was er hatte finden können. Dann rannte Aziz hinaus, schreiend: "Come here!"

Es begann eine Verfolgungsjagd, die Schlimmeres verhinderte und Tarrant davon abbrachte, weitere Menschen in der Moschee zu töten.

Aziz lockte Tarrant auf den Parkplatz, versteckte sich zwischen zwei Autos. Als Tarrant zurück bei seinem Auto war, griff Aziz eine Waffe des Täters, die am Boden lag. Sie war zwar leer, Aziz warf sie aber auf die Windschutzscheibe des Autos. "Das hat ihn wohl erschreckt", sagte er im Interview mit der "Dailymail". Tarrant flüchtete daraufhin.

Abdul Aziz erzählt, wie er sich dem Christchurch-Attentäter in den Weg stellte:

Tarrant hat in zwei Moscheen insgesamt 50 Menschen getötet. Die neuseeländische Polizei geht mittlerweile davon aus, dass er ein Einzeltäter ist. Die anderen vier Verhaftungen stünden nicht mit der Terror-Attacke in Verbindung, teilte die Polizei mit.

Tarrant wurde wenig später von zwei Dorfpolizisten gestoppt. Diese waren auf das Auto des Attentäters aufmerksam geworden, weil eine Scheibe eingeschlagen war. Dies hatte ein anderer Moschee-Besucher getan.

Der Moschee-Besucher Alabi Lateef erzählte der Nachrichtenwebsite "Stuff" am Sonntag, dass er beim Beten in der Moschee in Linwood durch Schüsse vor dem Gebetshaus auf den Attentäter aufmerksam geworden sei. Er habe den versammelten Gläubigen gesagt, sie sollten sich ducken und dann mit einem Glaubensbruder beschlossen, in einer Feuerpause etwas gegen den Angreifer zu unternehmen.

Dann hätten sie beobachtet, dass der Attentäter Brenton Tarrant ein leer geschossenes Sturmgewehr vor der Moschee auf den Boden geworfen habe und zu seinem Auto zurückgegangen sei, sagte Lateef laut "Stuff". Lateefs Mitstreiter habe daraufhin das nicht mehr geladene Sturmgewehr genommen und damit die Heckscheibe von Tarrants Wagen eingeschlagen. Danach sei er weggelaufen.

Lateef sagte "Stuff", er sei "sehr traurig" über die Bluttat. Neuseeland sei "ein friedliches Land" und er habe "nie gedacht, dass so etwas in Neuseeland passieren könnte. Niemals". (pz/sda)

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