«Eine spannende Entwicklung»

Frau Camarillo, es wird viel über den Einfluss der Latinos in den Vorwahlen in Texas gesprochen. Wie viel Kraft hat diese Wählergruppe tatsächlich?

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Lydia Camarillo Vizeleiterin einer Wählergruppe

Lydia Camarillo Vizeleiterin einer Wählergruppe

Frau Camarillo, es wird viel über den Einfluss der Latinos in den Vorwahlen in Texas gesprochen. Wie viel Kraft hat diese Wählergruppe tatsächlich?

In Texas haben sich 2,5 Millionen Latinos für die Wahlen registriert. Der Anteil der Latino-Stimmen liegt damit bei 22 Prozent. Zum ersten Mal seit 50 Jahren haben wir hier Vorwahlen, die von Bedeutung sind. Falls sich der Trend aus Kalifornien wiederholt – und alle Anzeichen sprechen dafür – können wir von einer Wahlbeteiligung der registrierten Wähler von mehr als 60 Prozent ausgehen.

Damit bekommen auch die Latinos ein ganz anderes Gewicht als früher.

Ja, das ist für uns eine spannende Entwicklung. Erstmals haben wir das Gefühl, dass alle um unsere Stimmen konkurrieren. Barack Obama und Hillary Clinton geben viel Geld für den Wahlkampf bei uns aus.

Die Latino-Stimme wird oft als monolithischer Block gesehen, der demokratisch ist und dieses Jahr Hillary wählt. Trifft das zu?

Die Sache ist komplexer. Einwanderer, die noch nicht so lange in den USA leben, neigen tendenziell eher zu Kandidaten, die progressivere Positionen in der Einwanderungsfrage vertreten. Das begünstigt Obama. Wie übrigens auch die unter 30jährigen. Ältere Wähler der ersten Einwanderer-Generation wählen dagegen eher Hillary. Die Unentschlossenen sind zwischen 40 und 55. (T.S.)

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