Eine schwierige Rolle

Drucken
Teilen

Das Bild der französischen «First Lady» hat sich in Frankreich seit Beginn der Fünften Republik 1958 stark gewandelt. Einen offiziellen Status als «Première Dame» gibt es nicht; der Amtsträger bestimmt selbst, wie er ihn ausgestalten will. Die bisherigen Präsidentengat­tinnen waren im Elysée-Palast selten glücklich. «Alle fühlen sich hier zu Hause – ausser wir», meinte Yvonne de Gaulle einmal zum US-Präsidenten Dwight Eisenhower. «Tante Yvonne» war im Volk immerhin noch beliebt, anders als die eher bourgeoisen Nachfolgerinnen Claude Pompidou und Anne-Aymone Giscard d’Estaing. Danielle Mitterrand litt von 1981 bis 1995 darunter, dass ihr Mann François mit seiner Geliebten Anne Pingeot ein enges Verhältnis pflegte – das geht auch aus Pingeots zahllosen, jüngst veröffentlichten Briefen hervor. Bernadette Chirac hatte es neben ihrem volatilen Gatten Jacques nicht besser. Auch Nicolas Sarkozys Frau Cécilia verliess wohl deshalb das Elysée und liess sich 2007 scheiden. Der Präsident zeigte sich bald darauf neben der Chanson-Sängerin Carla Bruni, die er ein halbes Jahr nach seiner Scheidung heiratete. Auch das ehemalige Topmodel war aber froh, nach der Abwahl ihres Gatten 2012 die Enge des Präsidentenpalastes verlassen zu können. Valérie Trierweiler, die Gefährtin des neuen Staatschefs François Hollande, fand sich im Elysée und in ihrer Rolle als First Lady noch weniger zurecht. Nach ihrer unschönen Trennung im Jahr 2014 besuchte Hollandes neue Freundin Julie Gayet oft die Gemächer im ersten Stock des Elysées. Die Schauspielerin ist aber nie in den Palast umgezogen. (sbp)

Aktuelle Nachrichten