Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Nordmazedoniens neuer Präsident: Eine europafreundliche Wahl

Der neue Präsident Stevo Pendarovski kommt der Regierung gelegen. Er unterstützt die Annäherung an die Nato und an die EU.
Rudolf Gruber, Wien
Modische Brille: Nordmazedoniens neuer Präsident Stevo Pendarovski Bild: Georgi Lcicovsk/EPA (Skopje, 3. Mai 2019)

Modische Brille: Nordmazedoniens neuer Präsident Stevo Pendarovski Bild: Georgi Lcicovsk/EPA (Skopje, 3. Mai 2019)

Sein reifes Alter von 56 Jahren sieht man Stevo Pendarovski nicht an: Seine smarte Erscheinung mag, die eine modische Brille noch steigert, mit ein Motiv gewesen sein, dass er letzten Sonntag mit knapp 52 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten Nordmazedoniens gewählt wurde.

Das kleine Balkanland mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern steht am Beginn einer neuen Epoche, auf dem Weg nach Europa, und Pendarovski ist das passende Gesicht dazu. «Die dunkle Vergangenheit ist hinter uns, dank der weisen Entscheidung der Bürger», sagte der Sieger am Wahlabend zu seinen ­Anhängern. Er spielte mit diesen Worten auf die schon verloren geglaubte Hoffnung auf eine europäische Integration an.

Pendarovski, geboren in der Hauptstadt Skopje, war nach dem Jus-Studium jahrzehntelang im Staatsdienst tätig. Politische Erfahrungen sammelte er als Berater mehrerer Minister und Präsidenten. Zuletzt war er Koordinator für Nato-Angelegenheiten. Als Präsident kandidiert er bereits zum zweiten Mal: 2014 war er noch dem bisherigen Amtsinhaber Gjorge Ivanov unterlegen.

Für die Linksregierung ist der Sieg Pendarovskis ein Segen. Die Präsidentenwahl war der erste Test für den pro-europäischen Kurs von Premier Zoran Zaev. Offen war, ob das im Vorjahr vereinbarte Prespa-Abkommen mit Griechenland eine Mehrheit fände: Im ersten Durchgang lag Pendarovski um nur 4000 Stimmen vor Gordana Siljanovska-Davkova, der Kandidatin der nationalistischen Opposition und entschiedenen Gegnerin des Namenwechsels von Mazedonien auf Nordmazedonien. Der Namenswechsel beendete zwar den Konflikt mit dem Nachbarstaat Griechenland, spaltete aber auch das Land.

Dann musste Zaev um die Gültigkeit der Präsidentenwahl zittern: Wäre das nötige Quorum von 40 Prozent verfehlt worden, – es waren 46 Prozent Wahlbeteiligung –, hätte es Parlamentsneuwahlen gegeben.

Nunmehr sind Regierung und Präsidentenamt in sozialdemokratischer Hand. Pendarovski versprach, die Regierung bei den bevorstehenden Beitrittsgesprächen mit der Nato und der EU zu unterstützen. Die Gegner des Prespa-Abkommens sind indes keine Randgruppe. Pendarovskis Rivalin Siljanovska-Davkova erhielt immerhin knapp 45 Prozent der Stimmen. Pendarovski wird daher sein Geschick zur Wiederherstellung des inneren Friedens beweisen müssen. Ein gewisser Makel mag sein, dass er den Sieg nicht zuletzt der grossen Minderheit der im Grunde pro-westlichen Albaner verdankt, deren Verhältnis zu den Nationalisten der slawisch-orthodoxen Mehrheitsbevölkerung nach wie vor gespannt ist. Allerdings verlieren die Nationalisten mit dem Abgang Ivanovs eine Leitfigur.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.