«Eine Art Pöbel»

Sie waren vor der israelischen Botschaft – was waren die Randalierer für Leute? Junge, gewaltbereite Leute, unter ihnen auch eine Art Pöbel. Es war wohl eine geplante Aktion. Wie haben diese Extremisten die Erstürmung begründet?

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Alfred Huber Islamwissenschafter

Alfred Huber Islamwissenschafter

Sie waren vor der israelischen Botschaft – was waren die Randalierer für Leute?

Junge, gewaltbereite Leute, unter ihnen auch eine Art Pöbel. Es war wohl eine geplante Aktion.

Wie haben diese Extremisten die Erstürmung begründet?

Aufgestauter Hass auf Israel, das den Palästinensern ihre Rechte verweigert und Israels Siedlungspolitik. Und eine frische Wunde: der Tod der fünf ägyptischen Grenzbeamten am Gaza-Streifen, für den sich Israel nicht richtig entschuldigt hätte. Sie sagten: Die Juden haben unsere Leute umgebracht und wir sind gekommen, um das Blut dieser Soldaten zu rächen.

Diese Gewalt wurde von den meisten Ägyptern verurteilt. Dennoch stehen sie Israel feindselig gegenüber..

Das ist richtig. Das war bereits unter Mubarak so, der als Interessenvertreter Israels empfunden wurde. Der herrschende Militärrat macht nach Ansicht des Volkes mit dieser Politik weiter, obwohl ein anderer langjähriger Partner Israels, nämlich die Türkei, Israels Botschafter ausgewiesen hat. Erdogan ist jetzt der Held für die ägyptischen Revolutionäre. Mit der Erstürmung der Botschaft haben sie ihr Ziel – die Ausweisung des israelischen Botschafters – auch erreicht. Das wird als Erfolg gefeiert.

Von allen Ägyptern?

Die Mehrheit der Ägypter macht den Militärrat für die Eskalation verantwortlich. Wäre der Rat dem Beispiel Erdogans gefolgt und hätte den Botschafter ausgewiesen, wäre es wohl nicht zu dem Botschaftssturm gekommen. (M. Wr.)

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