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Najib Razak – Ein Kleptokrat wird von der Wahrheit eingeholt

Über 4 Milliarden Franken soll Ex-Premierminister Najib Razak aus einem Staatsfonds abgezweigt haben. Nun wurde er angeklagt – ihm drohen bis zu 60 Jahre Haft.
Najib Razak. (Bild: AP)

Najib Razak. (Bild: AP)

Dazu, sich als Opfer zu gerieren, gehörte angesichts der Beweislage eine gute PortionChuzpe. «Ich glaube an meine Unschuld, und dies ist die beste Chance, meinen Namen reinzuwaschen», tönte Malaysias Ex-Premier am Mittwoch, als er das Gerichtsgebäude in Kuala Lumpur verliess. Wenn ein Gerichtsverfahren der Preis dafür sei, dass er dem malaysischen Volk 42 Jahre lang treu gedient habe, dann sei er bereit, ihn zu zahlen, fügte er hinzu.

Minuten zuvor war der 64-Jäh­rige von der Staatsanwaltschaft wegen Machtmissbrauchs und Veruntreuung in drei Fällen angeklagt worden. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Auf den Tag genau drei Jahre nachdem 700 Millionen aus einem Staatsfonds entwendete Franken auf Najibs privatem Konto gefunden wurden, scheint die Wahrheit den Politiker endlich einzuholen. Im Februar 2019 wird der Pro- zess gegen ihn be- ginnen, in dessen Verlauf Korruption, Raffgier und Luxussucht gigan- tischen Ausmasses blossgestellt werden dürften.

Doch von Anfang an: Als der Berufspolitiker Najib 2009 das Amt des Premierministers des 31-Millionen-Einwohner-Landes antrat, tat er das als Standartenträger der Partei Barisan Nasional, die die Geschicke des Landes seit der Unabhängigkeit bestimmt hatte. Das Land, dessen Regierungsgeschäfte er übernahm, hatte sich in den letzten Jahrzehnten zu einer südostasiatischen Wirtschaftsmacht entwickelt, war aber auch zu einem Staat geworden, in dem Korruption und Vetternwirtschaft an der Tagesordnung waren. Und wie sich herausstellen sollte, machte es sich Najib nicht etwa zur Aufgabe, den Sumpf trockenzulegen, sondern begann umgehend, sich selbst die Taschen vollzumachen – und zwar im grossen Stil.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit setzte Najib einen Staatsfonds namens 1MDB aus, der angeblich die Wirtschaft fördern sollte. Als Korruptionsfahnder 2015 begannen, Unregelmässigkeiten rund um 1MDB zu untersuchen, liess Najib sie feuern. Auch als die 700 Millionen auf seinem Privatkonto gefunden wurden, wiegelte Najib ab: Dabei handle es sich um eine Spende eines saudischen Prinzen, beteuerte er. Heute weiss man, dass zwischen 2009 und 2018 insgesamt rund 4,3 Milliarden Franken aus dem Staatsfonds verschwunden sind.

Auch wenn Najib sich jahrelang jeder Strafverfolgung entzog, das malaysische Volk hatte irgendwann genug von dem Kleptokraten, der in Kuala Lumpur regierte. Bei den Wahlen Anfang Mai bescherten die Bürger Najib eine krachende Niederlage und wählten den 92-jährigen früheren Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad erneut zum Regierungschef. Der setzte umgehend Ermittler auf Najib an, und die wurden prompt fündig: Bei der Durchsuchung von Immobilien Najibs fanden sie Hunderte Handtaschen, Schweizer Uhren, Juwelen und Bargeld im Wert von 300 Millionen Franken.

Najib reagierte, indem er einem Fernsehteam sagte, die Normalbürger hätten ja keine Ahnung: Unter reichen Leuten sei es üblich, sich dutzendweise Luxushandtaschen zu schenken. Auch habe nicht er die Präsente erhalten, sie seien für seine Frau und seine Tochter bestimmt gewesen. So viel Hochmut musste vor dem Fall kommen: Am Dienstag wurde Najib verhaftet, nach der Anklageerhebung von gestern kam er gegen 330 000 Franken Kaution frei. Wegen akuter Fluchtgefahr musste er seinen Pass abgeben.

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