Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Eigenwillige Inauguration des «neuen Puigdemont»

Quim Torra legte in Barcelona seinen Amtseid ab. Die Madrider Zwangsverwaltung ist beendet.
Der neu gewählte Regionalpräsident Quim Torra (rechts) und der Sprecher des Katalanischen Parlaments. Bild: Alberto Estevez / EPA (Barcelona, 17. Mai 2018)

Der neu gewählte Regionalpräsident Quim Torra (rechts) und der Sprecher des Katalanischen Parlaments. Bild: Alberto Estevez / EPA (Barcelona, 17. Mai 2018)

Ohne spanische Fahne, ohne Eid auf die Verfassung und ohne König Felipe VI. zu erwähnen. So legte der neue katalanische Ministerpräsident Quim Torra am Donnerstag in seinem Regierungspalast seinen Amtseid ab. Es war die wohl kurioseste und kürzeste Amtseinführung der spanischen Geschichte: Sie dauerte nur drei Minuten. Vertreter der prospanischen Opposition in Katalonien waren nicht eingeladen.

In der Minizeremonie, an der nur Familienangehörige und einige Vertreter der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung teilnahmen, schwor Torra ausschliesslich «Treue gegenüber dem katalanischen Volk» – aber nicht gegenüber den staatlichen Institutionen Spaniens. Im Hintergrund des Saales, in dem der Akt stattfand, wehte nur die katalanische Flagge. Repräsentanten der spanischen Regierung verzichteten unter diesen Umständen auf eine Teilnahme an der bescheidenen Zeremonie.

So machte der 55-jährige Torra gleich mit seiner Amtseinführung klar, dass die Zeichen in Katalonien weiterhin auf Konfrontation stehen.

«Bestien in menschlicher Form»

Torra gilt als separatistischer Hardliner und war in seiner Vergangenheit durch Hasstiraden gegenüber dem spanienfreundlichen Bevölkerungsteil in Katalonien aufgefallen. So hatte er die Spanisch sprechenden Katalanen als «Bestien in menschlicher Form» bezeichnet. Torra, der als Vertrauter des Separatistenchefs Carles Puigdemont gilt, hatte in den letzten Tagen angekündigt, dass er die kompromisslose Unabhängigkeitspolitik seines Vorgängers Puigdemont fortsetzen wolle.

Mit der Amtseinführung Torras endet zugleich die provisorische Verwaltung Kataloniens durch die Staatsregierung. Spaniens konservative Regierung und die Opposition aus Sozialisten und Liberalen warnten den neuen Katalonien-Präsidenten nun vor einem neuen Verfassungsbruch. (zem)

. (jr.)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.