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Edward Snowden hat seine Memoiren veröffentlicht gibt für einmal private Einblicke

Der berühmteste Whistleblower der Welt hat seine Memoiren veröffentlicht. Recht grossen Raum widmet Snowden in seinem Buch seinem Gastspiel in Genf.
Renzo Ruf , Washington
Unter dem Titel «Permanent Record» ist das Buch erschienen. (Bild: EPA)

Unter dem Titel «Permanent Record» ist das Buch erschienen. (Bild: EPA)

Vielleicht ist an Edward Snowden ein Briefkastenonkel für moderne Technologieprobleme verloren gegangen: ein Informatik-Experte, der scharfsichtig vor den Gefahren warnt, die mit der technologischen Revolution verbunden sind.

Bekanntlich kam es anders. 2013 wurde Snowdens Namen über Nacht weltweit bekannt, weil sich der damals 29-Jährige in Eigenregie dazu entschlossen hatte, vor dem Machtmissbrauch der militärischen Überwachungsbehörde NSA (National Security Agency) zu warnen – und weil er sich nach Hongkong absetzte, um ungeschoren über das Innenleben der amerikanischen Schnüffler zu sprechen. Seither ist Snowden eine Art Chimäre: ein Mann, der über den Verlust der Privatsphäre spricht, ohne allzu viel über sein eigenes Privatleben preiszugeben. Man verehrt ihn für seinen Mut, sich mit der Krake NSA anzulegen. Oder man hasst ihn, weil seine Enthüllungen angeblich den Überwachungsstaat schwächten.

Auf etwas mehr als 400 Seiten (in der deutschen Übersetzung) versucht Snowden nun, Einblick in seine Beweggründe zu geben. Seine Memoiren, am Dienstag unter dem Titel «Permanent Record» erschienen, sind im wahrsten Sinn des Wortes eine Lebensgeschichte: Snowden erzählt über seine Jugend in North Carolina und Maryland, seine Begeisterung für Computer und das Internet und seine Karriere im Dunstkreis von CIA (Central Intelligence Agency) und NSA. Das ist nicht uninteressant, falls man mehr über die Person Edward Snowden erfahren will. Und dank der Hilfe des Schriftstellers Joshua Cohen, auf die Snowden zurückgreifen konnte, sind selbst Passagen über seine ersten Hackerversuche flüssig geschrieben.

Viel Raum für die Schweiz, wenige Platz für Russland

Recht grossen Raum widmet Snowden in seinem Buch seinem Gastspiel in Genf, wo er von 2007 bis 2009 bei der ständigen Vertretung der USA bei der UNO stationiert war, aber verdeckt für die CIA arbeitete. Snowden erzählt erneut die Geschichte über den ausländischen Banker, der vom amerikanischen Auslandgeheimdienst in eine Falle gelockt wurde, weil er sich weigerte, für die Schlapphüte zu arbeiten – eine Geschichte, die 2013 in der Schweiz für Aufregung sorgte. Snowden rückt zwar den Namen des angeworbenen Informanten nicht heraus, sagt aber, es habe sich dabei um einen Saudi gehandelt.

Der Episode, die ihn berühmt machte, widmet Snowden nur rund einen Drittel seines Buches. Das ist einerseits nachvollziehbar, hat der Geheimnis-Verräter doch in den vergangenen sechs Jahren recht offenherzig über seine Motive gesprochen. Andererseits möchte man gerne mehr über diese turbulenten Monate in den Jahren 2012 und 2013 erfahren; und auch darüber, wie sich Snowdens Alltag im russischen Exil ausgestaltet, in dem er seit seiner Abreise aus Hongkong festsitzt. Lakonisch sagt er gegen Ende des Buches, er verbringe viel Zeit vor einem Bildschirm – so wie dies heute viele Menschen täten.

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