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Dutzende Tote bei Anschlag auf Militärparade im Süden Irans

Iranische Regierungsvertreter geben Saudi-Arabien die Schuld am Terroranschlag in der Ölprovinz Chusistan. Sie drohen mit Vergeltung.
Michael Wrase, Limassol
Iranische Soldaten versuchen sich während des Anschlags auf die Militärparade in Ahvaz in Sicherheit zu bringen. ((Bild: Morteza Jaberian/EPA (Ahvaz, 22. September 2018)

Iranische Soldaten versuchen sich während des Anschlags auf die Militärparade in Ahvaz in Sicherheit zu bringen. ((Bild: Morteza Jaberian/EPA (Ahvaz, 22. September 2018)

Bei einem Terroranschlag auf eine Militärparade in der südwestiranischen Ölprovinz Chusi­stan sind gestern mindestens 29 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich laut dem Teheraner Staatsfernsehen um Zivilisten sowie paramilitärische Revolutionsgardisten, die mit ihrem Aufmarsch in der Provinzhauptstadt Ahvaz an den Beginn des iranisch-irakischen Krieges vor 30 Jahren (1980–1988) erinnern wollten.

Erklärtes Ziel des irakischen Diktators Saddam Hussein war es damals, die mehrheitlich von schiitischen Arabern bewohnte Ölprovinz vom Rest des Irans abzuspalten und so den Sturz des noch jungen Khomeini-Regimes zu bewirken. Tatsächlich trug der nach zweijährigen Kämpfen zurückgeschlagene Angriff zur Konsolidierung der Islamischen Revolution bei. Während Saddam Hussein inzwischen Geschichte ist, dominiert der schiitische Iran heute grosse Teil des Iraks.

Mausarme Bevölkerung trotz reichen Ölvorkommens

Für ihre Treue zur Islamischen Republik sind die Bewohner der Provinz Chusistan, die sogenannten Ahvasis, bis heute nicht belohnt worden. Das Leben der arabischstämmigen Minderheit, die etwa 5 Prozent der iranischen Bevölkerung stellt, wird von tiefer Armut geprägt, obwohl in ihrer Heimat fast 90 Prozent des iranischen Erdöls gefördert werden. Strassenproteste der Ahvasis, die in den letzten Jahren zugenommen haben, werden immer wieder brutal unterdrückt. Einige ihrer Rädelsführer sind öffentlich gehängt worden.

Obwohl das Aufbegehren der arabischen Minderheit im Iran in erster Linie wirtschaftliche Gründe hat, macht Teheran Saudi-Arabien für die Proteste in Chusistan verantwortlich. Auch der Anschlag auf die Militärparade, zu dem sich der Islamische Staat (IS) sowie der bisher kaum in Erscheinung getretene Nationale Widerstand von Ahvaz bekannten, gehe auf das Konto von Riad, behauptete der den Revolutionsgardisten nahestehende Kommentator Mostafa Koshcheshm dem Fernsehsender Al Jazeera.

Abspaltungsversuche «zum Scheitern verurteilt»

So wie Saddam Hussein vor 30 Jahren suche jetzt auch Saudi-Arabien nach Wegen, die Öl­provinz Chusistan abzuspalten. Solche Versuche seien zum Scheitern verurteilt, verkündete Irans Aussenminister Mohammed Javad Zarif via Twitter. Der Iran werde «regionale Unterstützer und ihre US-Herren» – gemeint sind neben Saudi-Arabien auch Abu Dhabi und Israel – zur Rechenschaft ziehen und «entschieden auf die Angriffe» reagieren.

Zuvor hatte bereits Staatspräsident Hassan Rohani auf einer anderen Gedenkveranstaltung zum Kriegsbeginn die «revolutionäre Entschlossenheit» seines Landes gepriesen und US-Präsident Trump das «Schicksal von Saddam Hussein» prophezeit.

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