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Düstere Aussichten für die Wirtschaft

Die Experten sind sich einig: die britische Wirtschaft wird bei einem Brexit empfindlich geschwächt. Die pessimistischsten Annahmen gehen von einem Einbruch von bis zu 14 Prozent des Bruttoinlandproduktes aus – das sind mehr als 300 Milliarden Euro.
Vom Regen in die Traufe? (Bild: ap)

Vom Regen in die Traufe? (Bild: ap)

Die Experten sind sich einig: die britische Wirtschaft wird bei einem Brexit empfindlich geschwächt. Die pessimistischsten Annahmen gehen von einem Einbruch von bis zu 14 Prozent des Bruttoinlandproduktes aus – das sind mehr als 300 Milliarden Euro. Aber auch die restlichen 27 EU-Staaten würden einen Austritt des Vereinigten Königreiches zu spüren bekommen.

EU-Kasse würden Milliarden fehlen

Am unmittelbarsten würde sich ein «Brexit» auf die Zusammenstellung des EU-Budgets auswirken. Grossbritannien überweist unterm Strich jährlich zwischen fünf und neun Milliarden Euro an Brüssel. Dieses Geld fehlte nachher in der EU-Kasse. «Das Budget wird kleiner und muss neu berechnet werden», sagt Zsolt Darvas, leitender Ökonom bei der Brüsseler Denkfabrik «Bruegel Institut». Darvas sagt: «Französische Bauern werden weniger erhalten, ebenso zum Beispiel die polnischen Behörden.» Er geht davon aus, dass mit dem Wegfall des britischen Beitrages eine Änderung der europäischen Umverteilungspraxis beschleunigt würde.

Unsicherheit ist Gift für das Geschäft

Die grösste Konsequenz aber wäre die Unsicherheit, welche sich von Grossbritannien aus auf Kontinentaleuropa ausbreiten dürfte und die bekanntlich Gift fürs Geschäft ist. Unternehmen würden mit Investitionen zuwarten, Konsumenten ihre Käufe verschieben. Gerade exportorientierte EU-Länder wie Deutschland mit seiner Autoindustrie wären von einem Nachfragerückgang unter den 65 Millionen Briten betroffen. Eine soeben publizierte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW errechnete, dass ein «Brexit» Deutschland bis zu 0,5 Prozent seines Wirtschaftswachstums kosten könnte. Bei einem für 2017 prognostizierten BIP-Plus von 1,4 Prozent wäre das enorm.

Gefahren auch für die Schweiz

Zsolt Darvas sieht denn auch hier die grösste Gefahr für die Schweiz: «Ein Konjunktureinbruch in Deutschland hätte für die Schweiz viel grössere Auswirkungen als die direkte Handelsbeziehung mit Grossbritannien.» Mit Deutschland handelt die Schweiz jährlich Waren und Dienstleistungen von über 98 Milliarden Franken. Mit Grossbritannien sind es abzüglich der Edelmetallimporte lediglich 18,6.

Teils übertriebene Szenarien

Andere Länder wie die Benelux-Staaten Belgien und Holland sind viel enger mit Grossbritannien verwoben. Eine Studie der niederländischen Bank ING errechnete, dass bei einem «Brexit» in den Niederlanden Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gingen. In Belgien könnten nach Prognosen der Versicherungsgruppe Euler Hermes die Konkurse um bis zu 2,5 Prozent ansteigen. Ökonom Darvas hingegen hält solche Schreckensszenarien für übertrieben: «Das Leben geht auch nach einem <Brexit> weiter.» Grossbritannien verfüge über viele Talente, die kaum alle auswandern würden, und eine Stadt wie London sei nicht umsonst eines der weltgrössten Geschäftszentren. Roman Hess/Brüssel

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