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Italienische Mafia setzt Drogenspürhund auf die Todesliste

Erstmals hat die Camorra ein Kopfgeld zur Tötung eines Polizeihundes ausgesetzt. Pocho hat schon Hunderte Kilos Drogen aufgespürt – und sich damit den Hass der neapolitanischen Mafia zugezogen.
Dominik Straub, Rom
Auf ihn hat die Mafia ein Kopfgeld ausgesetzt: Drogenhund Pocho. (Bild: Polizia di Stato)

Auf ihn hat die Mafia ein Kopfgeld ausgesetzt: Drogenhund Pocho. (Bild: Polizia di Stato)

Pocho ist der unbestrittene Star der Hundeabteilung der neapolitanischen Polizei, seine feine Nase ist legendär in der Stadt unter dem Vesuv. Den letzten Coup hat der neunjährige Jack-Russell-Terrier vor kurzem in Nocera Inferiore in der Provinz Salerno gelandet: In einem Versteck in einer Garage entdeckte er nach wenigen Sekunden 30 Kilogramm reinstes Kokain. Pocho steht seit 2010 im Polizeidienst und hat in seiner Karriere schon Unmengen von Drogen entdeckt – und die Camorra damit um Millioneneinnahmen gebracht.

Die mächtige Mafia Neapels hat es deshalb schon länger auf den kleinen Terrier abgesehen: Immer wieder hätten die Clans versucht, ihn mit vergifteten Fleischhäppchen zu töten, berichtete sein Hundetrainer von der neapolitanischen Polizei gegenüber dem «Corriere del Mezzogiorno». Den Attentaten war glücklicherweise kein Erfolg beschieden, denn Pocho sei darauf abgerichtet, im Dienst nicht zu essen. Erst nach der Beendigung des Einsatzes erhalte der vierbeinige Kollege jeweils ein wohlverdientes Hundebiscuit zur Belohnung.

Pocho erschnüffelte Heroin in einer Babyflasche

Die Drogenhändler der Mafia hätten schon alles versucht – so platzierten sie in ihren Drogenverstecken auch schon läufige Hündinnen, um Pocho abzulenken. Doch auch der Geruch der weiblichen Hormone habe ihn nicht von der Ausübung seiner Dienstpflichten abgehalten. Und weil bisher alles nicht fruchtete, hat die Camorra nun sogar ein Kopfgeld zur Tötung von Pocho ausgesetzt, berichtete der «Corriere del Mezzogiorno» am Wochenende. Es handelt sich um eine regelrechte Fatwa, ein Todesurteil, wie es die Camorra zum Beispiel auch schon gegen den Anti-Mafia-Schriftsteller Roberto Saviano verhängt hat.

Doch auch dies wird die Supernase im Dienst der neapolitanischen Polizei wohl kaum stoppen. «Pocho ist flink und klein und kann deshalb auch verwinkelte und kleine Verstecke durchsuchen, in die zum Beispiel ein deutscher Schäfer oder ein La­brador nicht hineinkommen», erklärt sein Trainer. Bei einem Einsatz in einer Camorra-Wohnung habe ihn Pocho auch einmal zu einem nur wenige Monate alten Kleinkind geführt, neben dem eine Babyflasche lag: Beim weissen Inhalt habe es sich dabei nicht um Milch, sondern um reines Heroin gehandelt.

Seinen Namen hat Pocho übrigens wegen des argentinischen Fussballstars Ezequiel Lavezzi erhalten: Der kleine und wirblige Stürmer, der von 2007 bis 2012 beim SSC Neapel spielte, war bei den Fans sehr populär und trug den Übernamen Pocho. Im Grunde könnte sich die Camorra das Kopfgeld für Pocho auch sparen: In etwa einem Jahr wird der Jack-Russell-Terrier in den Ruhestand versetzt. Der Nachfolger oder vielmehr die Nachfolgerin ist bereits gefunden: Laut dem Polizeichef Neapels, Antonio De Iesu, wird Pochos jüngere Kollegin, die deutsche Schäferhündin Kira, in dessen Fussstapfen treten. Sie stehe bereits im Dienst und sei schon jetzt «molto brava», also sehr gut.

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