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Diese Senatorin mit Schweizer Wurzeln will ins Weisse Haus

Nun steigt auch die Demokratin Amy Klobuchar ins Rennen um das Weisse Haus. Die Senatorin mit Schweizer Wurzeln ist eine Politikerin, mit der man rechnen sollte.
Renzo Ruf, Washington
US-Senatorin mit Schweizer Wurzeln: Amy Klobuchar (58). (Getty)

US-Senatorin mit Schweizer Wurzeln: Amy Klobuchar (58). (Getty)

Die beiden verstanden sich umgehend. Als Bundesrat Ignazio Cassis diese Woche von Senatorin Amy Klobuchar in ihrem Büro auf dem Kapitols­hügel in Washington empfangen wurde, sprachen die ungleichen Politiker auch über die Schweizer Wurzeln der Demokratin aus dem Bundesstaat Minnesota. Und Klobuchar zückte ihr Erinnerungsbuch «The Senator Next Door», in dem sie über Grossvater Martin Heuberger und Grossmutter Margaret Wuthrich (sic!) – die Eltern ihrer Mutter – schreibt, um dem Gast aus der alten Heimat Familienfotos zu zeigen.

So ist sie eben, die 58-jährige Demokratin, die in ihrer Heimat von Freund und Feind «Amy» genannt wird: Freundlich, direkt und unprätentiös. Hinter dieser Fassade verbirgt sich allerdings eine Mutter, Juristin und Politikerin, die als ehrgeizig, detailversessen und fordernd gilt und dank dieser Mischung beharrlich die Karriereleiter aufsteigt – seit sie sich 1994 im Verwaltungsbezirk Hennepin County erstmals um die Position des lokalen Staatsanwaltes bewarb. Deshalb ist eigentlich niemand überrascht, dass Klobuchar gestern Sonntag ebenfalls ins Rennen um das Weisse Haus stieg. Und weil sie aus Minnesota stammt, und an knackig kalte Temperaturen gewöhnt ist, fand die Veranstaltung in einem Park am Mississippi statt, bei Schneefall und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Zwar ist das Feld der demokratischen Präsidentschaftskandidaten bereits jetzt – ein Jahr vor dem offiziellen Beginn der parteiinternen Vorwahlen – gross; mehr als 20 Politikerinnen und Politiker haben entweder ihre Kandidatur erklärt oder liebäugeln damit. Klobuchar aber gehört gemäss dem Urteil von Politbeobachtern der Spitzengruppe an. Dies hängt mit ihrer Laufbahn zusammen.

Dunkle Seite

Weil sie vor ihrer Wahl in den Senat im November 2006 acht Jahre lang als Staatsanwältin arbeitete, gilt Klobuchar in Washington als Praktikerin – eine Politikerin, die mit Alltagsproblemen vertraut ist und nötigenfalls auf ihr Rüstzeug als ehemalige Staatsanwältin zurückgreifen kann. Dabei scheint die Senatorin auch eine dunkle Seite zu haben. Im Kapitol jedenfalls zirkulieren wenig schmeichelhafte Anekdoten über die Art und Weise, wie sie ihre Mitarbeiter behandelt. Klobuchar profitiert aber auch davon, dass sie aus der Mitte Amerikas stammt, aus dem sprichwörtlichen «Heartland». Minnesota ist zwar seit Jahrzehnten ein Staat, in dem die Demokraten dominieren, er ist aber auch die Heimat von Menschen, die mehrheitlich Wurzeln in Deutschland, Norwegen und Schweden haben, und die empfänglich für populistische Töne sind. Auch deshalb schlug sich Präsident Trump 2016 in Minnesota überraschend gut.

Klobuchar wird im Wahlkampf auf ihre eigenen Wahlresultate verweisen können. Zuletzt wurde sie 2018 mit 60 Prozent der Stimmen bestätigt. Selbst in der «Iron Range», der strukturschwachen Gegend am Lake Superior, erzielte sie überwältigende Mehrheiten. Gestern nun pries sich Klobuchar deshalb als Senatorin an, die ihre Wurzeln nicht vergessen habe und eine direkte Sprache spreche, die entlang des Mississippi verstanden werde. «Ich werde Ihnen in die Augen schauen», sagte sie, «und ich werde Ihnen sagen, was ich denke.»

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