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Die zwei Seiten der französischen Rechten

Vorwahlen Wie viel ist einem Wähler die Demokratie wert? Zwei Euro. Soviel kostet die Teilnahme an der «Primärwahl» der französischen Republikaner von Ende November. Zur Wahl stehen sieben Kandidaten.
Stefan Brändle/Paris

Vorwahlen Wie viel ist einem Wähler die Demokratie wert? Zwei Euro. Soviel kostet die Teilnahme an der «Primärwahl» der französischen Republikaner von Ende November. Zur Wahl stehen sieben Kandidaten. Frontrunner sind Ex-Premier Alain Juppé und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy; mit Abstand folgen die Ex-Minister Bruno Le Maire und François Fillon. Dazu kommen Statisten wie Jean-François Copé, Nathalie Kosciusko-Morizet und Jean-Frédéric Poisson.

Am Donnerstagabend werden die glorreichen Sieben in einer Fernsehshow die Klingen kreuzen. Schon im Vorfeld schenken sie sich nichts. Die Plazierung auf der Bühne sowie die Reihenfolge der ersten Wortmeldung, des Schlusswortes und sogar des Vorspanns musste der Sender TF1 per Losentscheid ermitteln. Die Redezeit ist auf jeweils eine Minute beschränkt und wird zehn Sekunden vor deren Ablauf eingeblendet; direkt angesprochene Kandidaten haben 30 Sekunden Zeit für eine Antwort.

In den Meinungsumfragen führt Juppé ähnlich konstant und deutlich wie in den USA Hillary Clinton vor Donald Trump. Mit Hilfe des Chirac-Clans, der immer noch über viel Einfluss verfügt, hat er durchgesetzt, dass an der Primärwahl nicht nur eingeschriebene Republikaner – mehrheitlich Sarkozy-Fans – teilnehmen können.

Präsident François Hollande in Rücklage

Zugelassen sind alle Franzosen, die in einem der 10 228 Wahlbüros im Land zwei Euro zahlen und folgenden Satz unterschreiben: «Ich teile die republikanischen Werte der Rechten und des Zentrums und trete für die Wende ein, damit der Wiederaufbau Frankreichs gelingt.» Auf Internet liest man allerdings Kommentare wie: «Um Sarkozy zu verhindern, würde ich noch viel mehr unterschreiben – und zahlen.» Bei den Linken ist eine Debatte im Gang, ob man an der Urwahl der Konservativen teilnehmen solle. Allen ist klar: Der Sieger der Primärwahl wird wohl im Elysée landen. Linke Bewerber wie Präsident François Hollande oder Ex-Minister Emmanuel Macron werden in der Präsidentschaftswahl des nächsten Frühjahres so wenig Chancen eingeräumt wie der Rechtsextremistin Marine Le Pen. Andere Sozialisten befürchten, dass die Vorwahl eine nicht mehr zu bremsende Dynamik für den republikanischen Spitzenkandidaten bewirken könnte. «Wenn sich die Idee durchsetzt, dass man für die Rechte wählen muss, um die harte Rechte zu verhindern, hört die Linke auf zu existieren», warnte Hollande. Am Mittwoch erklärte sich der unpopuläre Präsident selber «bereit» – natürlich zur Präsidentschaftskandidatur.

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