Streitkräfte
Die USA setzen beim Vergeltungsschlag auf Tomahawks

Experten gehen davon aus, dass für den Vergeltungsschlag gegen Assad in erster Linie Marschflugkörper des Typs Tomahawk eingesetzt werden. Diese werden von See aus abgefeuert.

Dagmar Heuberger
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US-Waffeneinsatz gegen Syrien
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Flugzeugträger der Nimitz-Klasse.
Flugzeugträger Charles de Gaulle
Fregatte HMS Westminster
Zerstörer USS Mahan.
Kampfjets Mirage.

US-Waffeneinsatz gegen Syrien

Keystone

Der Plan für die Vergeltungsschläge gegen Syrien hat noch nicht einmal einen Namen. Was nicht zuletzt daran liegt, dass US-Präsident Barack Obama offiziell noch keine Entscheidung gefällt hat. Doch die Indizien lassen keine Zweifel offen: In den nächsten Tagen ist ein Militärschlag gegen das syrische Regime unausweichlich.

Bereits sind auch die ersten Informationen durchgesickert, wie dieser Einsatz ablaufen und mit welchen Waffen er durchgeführt werden könnte. Sicher ist, dass es keine Bodenoperation geben wird. Die USA haben nicht das geringste Interesse daran, nach dem Irak-Abenteuer erneut Soldaten auf das nahöstliche Schlachtfeld zu schicken. Auch ein Regime-Wechsel ist nicht das Ziel – Präsident Baschar al-Assad wird nicht gestürzt werden.

Geheimdienst hörte mit

Die bevorstehende Militär-Intervention ist vielmehr eine Strafaktion für den Einsatz von C-Kampfstoffen in der vergangenen Woche. Das Weisse Haus ist überzeugt, dass das syrische Regime dafür verantwortlich ist. Dies erst recht, weil der US-Geheimdienst am Tag des Giftgas-Angriffs offenbar ein aufgeregtes Telefonat zwischen einem Beamten des syrischen Verteidigungsministeriums und dem Chef eines C-Waffendepots abhörte. Mit Panik in der Stimme frage der Mitarbeiter des Ministeriums, wer für den Chemie-Angriff verantwortlich sei. Das berichtete gestern das US-Magazin «Foreign Policy».

Militärexperten gehen davon aus, dass für den Vergeltungsschlag gegen Assad in erster Linie Marschflugkörper, so genannte Cruise Missiles vom Typ «Tomahawk», eingesetzt werden. Cruise Missiles sind unbemannte Lenkwaffen, die aus der Ferne äusserst genau gesteuert werden können und von der gegnerischen Luftabwehr kaum zu erkennen sind. Die Amerikaner setzten Tomahawks erstmals im Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits (1991) in der Operation «Desert Storm» massiv ein.

Das Arsenal

Für die Militäraktion gegen Syrien werden die Tomahawks von See aus abgefeuert. Dazu befinden sich gegenwärtig im Mittelmeer vier amerikanische Zerstörer – USS Gravely, USS Ramage, USS Barry und USS Mahan – sowie zwei Flugzeugträger, die USS Nimitz und die USS Harry S. Truman. Die britische Marine ist mit dem Helikopterträger HMS Illustrious und den beiden Fregatten HMS Montrose und HMS Westminster in der Region präsent. Der Flugzeugträger der französischen Marine, die Charles de Gaulle, liegt im Hafen von Toulon. Tomahawks können zudem von U-Booten aus, aber auch landgestützt abgefeuert werden.

Ausserdem stehen den Amerikanern die Luftwaffenstützpunkte in Incirlik im Südosten der Türkei und in Izmir zur Verfügung. Infrage kommt auch die britische Lufwaffenbasis Akrotiri auf Zypern. Die Franzosen können vom Stützpunkt al-Dhahra in den Vereinigten Arabischen Emiraten Kampfjets des Raffale und Mirage einsetzen.

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