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Grossbritannien: Die schwierige Herzogin von Sussex

Königin Elisabeth II. soll Herzogin Meghans Streitereien schlichten. Die 37-Jährige führt einen Zickenkrieg mit ihrer Schwägerin Herzogin Catherine. Und ihre Bediensteten kündigen den Job.
Sebastian Borger, London
Hier in Minne: Prinz William, Prinz Harry, seine Frau Herzogin Meghan und Herzogin Catherine (v.l.). (Bild: Paul Grover/Getty (London, 11. November 2018))

Hier in Minne: Prinz William, Prinz Harry, seine Frau Herzogin Meghan und Herzogin Catherine (v.l.). (Bild: Paul Grover/Getty (London, 11. November 2018))

Wie gut, dass Königin Elisabeth II. sonst keine wichtigen Aufgaben hat. Am schwierigsten politischen Problem Grossbritanniens jedenfalls, so haben es Sprecher des Buckingham-Palastes immer wieder durchblicken lassen, werde sich die Monarchin nicht die Finger schmutzig machen – den Brexit müssen die Politiker schon selbst hinkriegen.

Bleibt also ein wenig Zeit zur Schlichtung eher privater Konflikte. Nun gilt die 92-Jährige zwar nicht gerade als Prototyp der ­modernen Psychoberaterin, sind doch die ihrer Generation eingeimpften Maximen ein wenig aus der Mode geraten. Die erste lautet «stiff upper lip», handelt also von der berühmten steifen Oberlippe und davon, dass englische Damen, zumal jene von Adel, Emotionen keinesfalls zeigen, wenn sie bejammernswerter Weise diese unerwünschten Eigenschaften schon einmal haben.

Knatsch gab es immer wieder in der Geschichte

Dennoch wünschen sich die Londoner Gazetten eine königliche Intervention in einer Auseinandersetzung, wie es sie in der langen Geschichte des englischen Königshauses immer wieder einmal gegeben hat. Leicht erregbare Zeitgenossen sprechen schon vom «Krieg der Herzoginnen»: Gemeint sind natürlich die beiden Schwieger-Enkeltöchter der Queen, nämlich die Herzoginnen von Cambridge und Sussex, alias Kate Middleton und Meghan Markle.

Die Mutter von drei Kindern, 36, und ihre schwangere Schwägerin, 37, haben sich den royal watchers zufolge so zerstritten, dass Harry und Meghan demnächst ihr gerade erst bezogenes Häuschen am Kensington-Palast räumen. Anfang nächsten Jahres zieht das junge Paar ins Frog­more House beim Schloss Windsor, wo letzten Mai auch die Hochzeitsfeier stattfand. Dort soll im Frühjahr das erste gemeinsame Baby zur Welt kommen.

Bei den Berichten über das Zerwürfnis der schönen Herzoginnen sollte man freilich nicht ganz ausschliessen, dass wir es mit der weit verbreiteten Behandlung Prominenter durch die bekanntermassen robuste englische Boulevardpresse zu tun haben: Wer so in den Himmel gehoben wurde wie die US-Schauspielerin anlässlich ihrer Traum- hochzeit mit dem einstigen Sorgenprinzen Harry muss sich darauf gefasst machen, bei nächster Gelegenheit in Grund und Boden geschrieben zu werden. Herzogin Meghan müsse sich, so schrieb es die kluge Guardian-Kolumnistin Zoe Williams schon im Mai, für eine «von Missbrauch gekennzeichnete Beziehung» zu den Medien wappnen.

Immerhin gibt es gewisse Indizien dafür, dass mit der gebürtigen Kalifornierin nicht immer gut Kirschen essen ist. Dass Meghan bereits um 5 Uhr den Höflingen fordernde E-Mails schreibt, spricht zwar für eine strenge Arbeitsmoral, fördert aber nicht die Work-Life-Balance bei Hofe.

Assistentin schmeisst Job unter Tränen

Eine persönliche Assistentin schmiss nach sechs Monaten den Job «unter Tränen» hin; die erfahrene Privatsekretärin Samantha Cohen hat ebenfalls ihren Rückzug aus Harrys und Meghans Zirkel angekündigt. Zu diesem gehört ganz erkennbar auch nicht Meghans Vater Thomas Markle – der zweite, womöglich noch schwierigere Schlichtungsfall für das Familienoberhaupt. Diesmal kommt die Bitte um royale Vermittlung von dem preisgekrönten früheren Beleuchter von Hollywood-Produktionen selbst. Der in Mexiko lebende Pensionär, 74, vertraute dem britischen TV-Sender ITV an, seine Tochter reagiere nicht auf beinahe tägliche Kontaktversuche per SMS, er werde «ignoriert und gemieden. Dabei sollten Familien zusammen sein, gerade zu Weihnachten», jammert Markle und hofft auf die Frau, «die ich seit meiner Kindheit bewundere»: die Queen.

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