Die Opposition sucht unbeirrt Entscheidung

Ägyptens Opposition hat für heute zu einem «Megamarsch» durch Kairo aufgerufen. Auch gestern demonstrierten im Stadtzentrum erneut Zehntausende Menschen.

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Limassol. Ziel der Massendemonstration soll heute der Präsidentenpalast im Nobelviertel Heliopolis sein, wo sich der angeschlagene ägyptische Mubarak allerdings nicht mehr aufhalten soll.

Wenig Neues im neuen Kabinett

Mubarak vereidigte gestern in seinem von Regimegegnern abgeschirmten Sommerpalast im Urlaubsort Sharm el-Sheikh die neue Regierung, in der mit Mahmud Wagdi ein Polizeigeneral im Ruhestand die Schlüsselposition des Innenministers übernimmt. Seinen Posten als Verteidigungsminister behalten wird Feldmarschall Hussein Tantawi. Auch Aussenminister Ahmed Abdul Gheit, der erst vor einer Woche einen Vergleich Ägyptens mit Tunesien als «baren Unsinn» bezeichnet hatte, beliess Mubarak im Amt.

Moslembrüder mobilisieren

Das neue Kabinett stösst bei der ägyptischem Opposition auf einhellige Ablehnung. Zehntausende Regimegegner forderten auch gestern auf dem zentralen Befreiungsplatz im Zentrum Kairos den sofortigen Rücktritt des Präsidenten. Zur Mobilisation der Volksmassen trägt auch die islamistische Moslembruderschaft bei, die Friedensnobelpreisträger Mohammed al-Baradei in einem Fernsehinterview als moderat verteidigte.

Die Armee stationierte gestern weitere Panzer im Stadtgebiet von Kairo. Ägyptens Armee hat aber erklärt, keine Gewalt gegen die Bevölkerung einzusetzen. Die Forderungen der seit einer Woche demonstrierenden Menschen seien legitim, teilte die Armee gestern in einer offiziellen Erklärung mit. (M. Wr.)

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