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Erster Ikea-Markt auf dem Subkontinent: Die Inder lieben es farbig

Mit seinem ersten Geschäft in Hyderabad will das Möbelhaus den schwierigen Markt Indien erschliessen. Damit das gelingt, haben die Schweden die indische Mittelschicht genau unter die Lupe genommen.
Ulrike Putz, Singapur
Gedränge am Eröffnungstag an den Kassen der ersten Ikea-Filiale in Hyderabad. (Bild: Udit Kulshrestha/Bloomberg; Hyderabad, 9. August 2018)

Gedränge am Eröffnungstag an den Kassen der ersten Ikea-Filiale in Hyderabad. (Bild: Udit Kulshrestha/Bloomberg; Hyderabad, 9. August 2018)

Es kommt selten vor, dass ein Geschäft seine Kunden bittet, ihm doch bitte keinen Besuch abzustatten. Bei dem ersten Ikea-Möbelhaus in Indien ist dies seit der Eröffnung am 9. August der Fall. Auf seiner Webseite warnt der Laden seine Besucher mit einem ständig aktualisierten Ticker vor den langen Wartezeiten vor dem Eingang – zuletzt betrugen die bis zu drei Stunden. Wer könne, solle seinen Antrittsbesuch beim grössten Möbelhändler der Welt doch noch ein wenig verschieben. «Wir sind von Eurer Begeisterung im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt», heisst es auf der Webseite.

Die Eröffnung des ersten Ikea-Geschäfts auf dem Subkontinent in Hyderabad war ein Spektakel, von dem Nachrichtensender live berichteten. 40 000 Neugierige schoben sich am ersten Tag durch den Laden, zwischenzeitlich brach der Verkehr in Westen der 7-Millionen-Me­tropole zusammen. Der Andrang hat seitdem kaum nachgelassen, noch immer kommen im Schnitt 28 000 Menschen täglich, um ihr erstes Billy-Regal zu bewundern.

Ein Nickerchen in der Bettenabteilung

Doch ob die Leute kommen, um zu kaufen oder nur um zu staunen, wird sich erst zeigen müssen. In China kämpfte Ikea nach der Eröffnung des ersten Geschäfts in Peking 1999 mit dem Problem, dass viele Besucher auf Sofas und in der Bettenbestellung Nickerchen machten, jedoch nichts erwarben.

Um das zu verhindern, wurde Mia Lundstrom aktiv. Die «Kreativdirektorin Leben zu Hause Ikea Indien» hat im vergangenen Jahr mit ihrem Team 300 indische Familien besucht, trank unzählige Tassen zuckrigen Chai, inspizierte Schlafzimmer, blickte in Geschirrschränke. Ziel war es herauszufinden, wie die Inder ­leben und was die Inder brauchen, berichtete Lundstrom der indischen Nachrichtenseite «Quartz».

Das Produkt von Lundstroms soziologischen Studien ist nun in einem blassgelben Kubus im Westen Hyderabads zu besichtigen. Dort wird schwedischer Wohnkomfort ins Indische übersetzt.

Knallbunt eingerichtete Musterräume

So sind die Zimmerattrappen winzig und vollgestopft, weil Lundstrom ermittelt hat, dass die meisten indischen Familien auf sehr engem Raum leben. In die Ausstellungsschlafzimmer ist – wie im echten Leben – immer noch ein Kinderbett mit hineingezwängt. Die Musterräume sind knallbunt eingerichtet. Ikea Hyderabad sei der mit Abstand bunteste Ikea weltweit, sagt Lund­strom. «Inder lieben Farben, also zeigen wir mehr davon.»

Nicht nur die Ausstellung, auch das Sortiment haben die Schweden an Indien angepasst: Damit Familien die weit verzweigte Verwandtschaft auch in kleinen Wohnungen gebührend empfangen können, gibt es mehr Klappstühle und Hocker im Angebot. Weil indische Frauen im Schnitt kleiner sind als etwa Europäerinnen, wurden Küchenschränke um eine Etage gekürzt. Den Ikea-Klassiker Kiefernmöbel gibt es nicht zu kaufen: Das unbehandelte Holz verträgt das feuchtheisse Klima in Indien nicht.

Die Schweden investierten etwa 100 Millionen Euro, um in Hyderabad zu eröffnen. Bis 2025 sollen 25 Ikea-Häuser zwischen Himalaja und Indischem Ozean Kunden mit Möbeln und Haushaltsartikeln versorgen. An den nächsten Standorten Bangalore und Mumbai wird bereits gebaut.

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