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Die Arbeitsbedingungen in Chiles Minen sind prekär

Chile will nach dem dramatischen Grubenunglück die Arbeitsgesetzgebung reformieren. Die geltenden Gesetze bieten den Arbeitern in den Minen kaum Schutz.
Sandra Weiss
Rettungsbohrungen in der Mine von San José. (Bild: ap/Roberto Candia)

Rettungsbohrungen in der Mine von San José. (Bild: ap/Roberto Candia)

Puebla. «Wir hoffen, dass ganz Chile uns aus dieser Hölle herausholt.» Das sind klare Worte an Staatspräsident Sebastián Piñera aus der Tiefe, wo seit fast drei Wochen 33 Bergleute verschüttet sind und auf ihre Rettung warten. Doch die kann noch dauern – bis zu drei Monaten, wie die Regierung verkündet hat. Denn sie ist komplex, und weder die Regierung noch das Unternehmen der Mine San José in der nordchilenischen Atacama-Wüste schienen auf so einen Notfall vorbereitet zu sein.

Piñera hat inzwischen Hilfe auch bei der US-Raumfahrtorganisation Nasa erbeten, um die Bergleute lebend zu bergen, während in der Öffentlichkeit eine Debatte über die Schuld am Unglück entbrannt ist. Die Regierung ermittle und werde entsprechende Sanktionen verhängen, drohte Piñera. Auch der Kongress setzte eine Ermittlungskommission ein.

Wider besseres Wissen

Vieles deutet darauf hin, dass nicht nur das Unternehmen San Esteban gegen viele Auflagen verstossen hat, sondern dass auch die Behörden einiges versäumt haben.

So fehlten Rettungsschächte und Leitern für die rasche Evakuierung. Ein Bericht über die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen und miserablen Arbeitsbedingungen in dieser und anderen kleinen und mittelgrossen Minen wurde vom Nationalen Bergbaudienst und dem Arbeitsministerium ignoriert.

Die Kupfer- und Goldmine San José ist seit Ende des 19.

Jahrhunderts in Betrieb, wurde nach einem Unfall im Jahr 2007 geschlossen, dann allerdings mit Genehmigung des Nationalen Bergbaudienstes wieder freigegeben. Schöne Gewinnaussichten hatten Sicherheitsbedenken verdrängt. Die Preise für Edelmetalle hatten Rekordhöhen erreicht, die Gewinnspanne war lukrativ, der Druck der Unternehmer enorm. Der Direktor des Bergbaudienstes wurde inzwischen entlassen.

Gelingt eine Reform?

Nun soll auch die Arbeitsgesetzgebung reformiert werden. Sie stammt grösstenteils noch aus der Diktaturzeit, ist äusserst lax und bietet den Angestellten kaum Schutz oder Sozialleistungen. Fraglich ist, ob dann wirklich grundlegende Reformen zustande kommen oder ob sie wieder scheitern wie vor kurzem die geplante Steuererhöhung für die Bergbauunternehmen. Daraus sollte der Wiederaufbau nach dem schweren Erbeben finanziert werden.

Der Druck der Bergbaulobby einerseits, die Einfluss in der rechten Regierungskoalition geltend machte, sowie anderseits der Mitte-Links-Opposition Concertación, die weitergehende Reformen forderte, liess das Gesetz Anfang August scheitern. Bodenschätze sind neben landwirtschaftlichen Produkten das Rückgrat von Chiles Exportwirtschaft.

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