Coronavirus - Deutschland

Deutschland holt an Covid-19 erkrankte Italiener ab

Wegen der dramatischen Notlage norditalienischerSpitäler in der Corona-Krise bringt die deutsche Luftwaffe Patienten zur Behandlung nach Deutschland. Der Airbus A310 MedEvac flog am Samstag von Köln nach Bergamo.

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Der MedEvac-Airbus der deutschen Luftwaffe von innen: Er bietet sechs Intensivpflegebetten und 44 weitere Liegeplätze.

Der MedEvac-Airbus der deutschen Luftwaffe von innen: Er bietet sechs Intensivpflegebetten und 44 weitere Liegeplätze.

KEYSTONE/APA/Luftwaffe/Kevin Schrief

Dort holte die fliegende Intensivstation der deutschen Armee Patienten zur Intensivbehandlung nach Nordrhein-Westfalen. Die Maschine kehrte am Mittag mit sechs schwer erkrankten Italienern an Bord nach Köln zurück, wie ein Sprecher der Luftwaffe der Nachrichtenagentur DPA sagte.

"In Zeiten grösster Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. "Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Das Flugzeug wurde am frühen Nachmittag zurück in Köln erwartet. Die Patienten sollen zur Behandlung in zivile Spitäler gebracht werden. Nach DPA-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über grosse Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung.

Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

Die Bundeswehr war vom italienischen Zivilschutz um Amtshilfe gebeten worden, weil ihre eigenen Kapazitäten zur Verlegung der Patienten ins Ausland nicht ausreichten. Die italienische MedEvac-Maschine habe nur zwei Plätze für Patienten, die auf Beatmung angewiesen sind, sagte ein Parlamentarier, der an der Organisation der Hilfsaktion beteiligt war.

In den vergangenen Tagen waren sechs Patienten mit drei Flügen von der italienischen Luftwaffe nach Sachsen gebracht worden. Nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) haben unter anderem auch Hamburg, Bayern, Berlin und Brandenburg Intensivplätze angeboten.

Aus dem Aussendepartement hiess es, bislang seien - auch mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Rom - 73 Spitalplätze für italienische Patienten in acht Bundesländern vermittelt worden. Zudem würden bereits 30 französische Patienten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen behandelt, mindestens 50 Behandlungsplätze seien Frankreich angeboten worden.

Auch Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollten am Samstag in die Charité kommen, teilte eine Sprecherin des Senats am Samstag mit.

Die angesichts der hohen Infektionszahlen stark überlasteten Kliniken in Norditalien wählten für die Behandlung in Deutschland ausschliesslich Patienten aus, die auf Beatmung angewiesen aber transportfähig seien, sagte Wendt. Einfacher sei die Übernahme von Patienten aus Frankreich, wo für den Transport Helikopter und Ambulanzen eingesetzt werden könnten.