Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DEUTSCHLAND: CSU beendet internen Machtkampf

Markus Söder ist in Nürnberg zum Spitzenkandidaten der CSU gekürt worden. Nach internen Spannungen ist nun auch sein Vorgänger Horst Seehofer voll des Lobes für den ambitionierten Nürnberger.
Ralf Isermann und Carsten Hauptmeier, Afp
Der neue CSU-Spitzenkandidat: Markus Söder. (Bild: Lukas Barth/EPA)

Der neue CSU-Spitzenkandidat: Markus Söder. (Bild: Lukas Barth/EPA)

Wer Markus Söder als jungen CSU-Generalsekretär unter Edmund Stoiber erlebte, wusste, wo der hinwollte: «Der will mal Ministerpräsident werden», raunten sie in der CSU schon früh über den ehrgeizigen Nürnberger. Nun steht Söder vor dem Ziel. Anfang des Jahres soll er das Amt von Horst Seehofer übernehmen.

Gestern kürte ein CSU-Parteitag Söder in seiner Heimatstadt zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr. In einer Abstimmung votierte die grosse Mehrheit der Dele­gierten für Söder, nur vereinzelt waren Gegenstimmen zu sehen. Der Jubel war gross – wohl auch, weil damit der Machtkampf in der CSU beendet wurde.

Halbes Leben im bayerischen Landtag

In einer kämpferischen Rede hatte Söder zuvor um das Vertrauen der Basis geworben. Er könne keine Prozentzahl versprechen, aber er verspreche, dass er «mit ganzer Kraft und ganzer Leidenschaft» kämpfen werde, rief er den Delegierten zu. Im ersten Quartal des Jahres soll der am 5. Januar 1967 geborene Söder Seehofer als Regierungschef ablösen. Er wird dann seinen politischen Ziehvater Stoiber als damals jüngsten Ministerpräsidenten ablösen, wenn auch nur um ein paar Monate. Er gehe die Aufgabe mit «Mut und Demut» an, kündigte Söder in Nürnberg an. Er sitzt schon nahezu sein halbes Leben im baye­rischen Landtag und hat zehn Jahre Regierungserfahrung als Minister. Er war Europaminister, Umwelt- und Gesundheitsminister. Seit 2011 leitet er das bayerische Finanzministerium, das 2013 mit einer neuen Zuständigkeit für Heimat zum Superministerium ausgebaut wurde – für das Heimatressort durfte Söder in seiner Geburtsstadt Nürnberg eine Aussenstelle errichten.

«Vom Ehrgeiz zerfressen»

Eine eindrucksvolle Vita hat Söder als Politiker also zu bieten­ inklusive glänzender Haushaltsberichte in seinem Finanzressort. Und dennoch wirkte es in dem nach der CSU-Pleite bei der Bundestagswahl entstandenen Machtkampf zeitweilig so, als wolle Seehofer alles daransetzen, seinen stärksten Minister als Nachfolger zu verhindern. Was sich politisch nur schwer begründen lässt, erklärt sich auf der menschlichen Ebene.

Als «vom Ehrgeiz zerfressen» und für «zu viele Schmut­zeleien» geisselte Seehofer seinen Minister 2012 öffentlich auf einer CSU-Weihnachtsfeier. In Nürnberg hingegen lobte er ihn nun fast überschwänglich, und auch Söder hatte seinerseits nur wohlwollende Worte für den Parteichef übrig.

Ralf Isermann und Carsten Hauptmeier, AFP

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.