Detektoren schützen auch die Muslime

Zur Sache

Susanne Knaul
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Metalldetektoren gehören zum Alltag in Israel. Der Schutz der eigenen Sicherheit ist das Ziel, deshalb macht jeder mit. Fast jeder. Am Tempelberg in Jerusalems Altstadt herrscht wieder Unruhe; lautstarke Proteste, Rangeleien und Verhaftungen. Grund dafür ist nicht, dass am Freitag dort fünf Menschen starben – fünf Araber. Die palästinensischen Muslime demonstrieren, weil Israels Polizei nach dem Anschlag Metalldetektoren aufstellte.

Jeder soll das Recht haben, anderer Meinung zu sein, nur ist eine Demonstration nicht gleich eine Demonstration. Wenn es um den Tempelberg geht, ist die Aufregung schnell gross. Auch Mohammed Hussein, Grossmufti von Jerusalem, kennt das Konfliktpotenzial des heiligen Geländes. Sein wütender Aufruf, den Tempelberg sofort und ohne die Metalldetektoren für die Gläubigen zu öffnen, ist unverantwortlich, gefährlich und hetzerisch. Die Attentäter hatten Schusswaffen bei sich. Israels Aufgabe ist es, weitere Schiessereien zu verhindern, damit sich muslimische Gläubige sicher fühlen können, wenn sie zum Gebet in die Al-Aksa-Moschee gehen. Nichts anderes sollen die Metalldetektoren gewährleisten. Schon die Strassenreiniger dienen dem Mufti als Indiz dafür, dass Israel den Status quo auf dem Tempelberg verändern will, wenn sie mit ihren Besen und Mülltonnen auf das Areal rings um den Felsendom ziehen. Der muslimische Prediger müsste es besser wissen. Israels Regierung hält eisern an der Regel fest, die Muslimen Gebetsrechte, Juden aber nur Besuchsrechte einräumt, wohl wissend, dass alles andere katastrophale Konsequenzen haben könnte. Auch nach dem Attentat hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu dem Status quo verpflichtet und tat gut daran. Seite 7