Der «Kalif» ordnet die Genitalverstümmelung an

BAGDAD. Im Gebiet des sogenannten Kalifats der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist die Genitalverstümmelung aller Mädchen und Frauen zwischen elf und 46 Jahren angeordnet worden. Die sunnitischen Extremisten verkündeten dazu eine Fatwa (religiöses Urteil).

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BAGDAD. Im Gebiet des sogenannten Kalifats der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist die Genitalverstümmelung aller Mädchen und Frauen zwischen elf und 46 Jahren angeordnet worden. Die sunnitischen Extremisten verkündeten dazu eine Fatwa (religiöses Urteil). Sie haben seit Anfang Juni weite Teile im Norden und Westen Iraks und im Osten Syriens erobert.

Millionen von Frauen bedroht

Jacqueline Badcock, stellvertretende UNO-Gesandte in Irak, sagte gestern, sie wisse nicht genau, wie viele Frauen von der Anordnung betroffen seien. Unter Berufung auf UNO-Zahlen für Irak schätze sie jedoch, dass vier Millionen Mädchen und Frauen allein in der nordirakischen Region Mossul bedroht sein könnten. Bisher sei die Genitalverstümmelung in Irak nicht weit verbreitet, werde nur «in einigen isolierten Regionen» praktiziert. Die Fatwa der Islamisten verlange nach einer Entgegnung. «Das ist nicht der Wille des irakischen Volkes oder der irakischen Frauen in den Regionen, die von den Terroristen kontrolliert werden», sagte die UNO-Koordinatorin weiter. Eine entsprechende Weisung ist auch im Koran nicht zu finden.

Neuer Präsident Iraks gewählt

Nach monatelangem Streit hat Irak einen neuen Präsidenten. Das Parlament wählte gestern mit 211 gegen 17 Stimmen den kurdischen Politiker Fuad Masum zum Staatsoberhaupt und machte so den Weg für die Bildung einer neuen Regierung frei. In Irak stellen die Kurden den Staatspräsidenten, die Schiiten den Regierungschef und die Sunniten den Parlamentspräsidenten.

Präsident Masum muss nun gegen den anhaltenden Widerstand des Amtsinhabers Nuri al-Maliki einen neuen Regierungschef bestimmen. Der bei Sunniten verhasste Maliki hat zwar im Frühling die Wahlen gewonnen, aber im Parlament keine ausreichende Mehrheit. (afp/W.Br)

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