Der Bush-Rivale aus Florida

Der republikanische Jungsenator Marco Rubio (43) macht seinem politischen Ziehvater Jeb Bush die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten streitig.

Thomas Spang
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Marko Rubio präsentiert sich als Kandidat für Amerikas Zukunft. (Bild: ap/Carolyn Kaster)

Marko Rubio präsentiert sich als Kandidat für Amerikas Zukunft. (Bild: ap/Carolyn Kaster)

MIAMI. Aus den Lautsprecherboxen wummert Musik der Hip-Hop-Stars Flo Rida und Will Smith. Der richtige Sound, um Studenten der Florida International University auf den ehemaligen Kommilitonen einzustimmen, der die USA «in ein neues amerikanisches Jahrhundert» führen will.

Wer die Symbolik bis dahin noch nicht verstanden hat, dem hämmert es Rubio beim Auftakt seiner Präsidentschaftskampagne im Freedom Tower von Miami ein. «Vor uns liegt die Möglichkeit, das beste Kapitel der unglaublichen Geschichte Amerikas zu schreiben», sagt er an dem Ort, den kubanische Flüchtlinge aufsuchten, um sich für das neue Leben in den USA zu registrieren. «Aber wir können das nicht tun, indem wir zu Führern und Ideen der Vergangenheit zurückkehren.»

Gegen die alte Garde

Eine aus der Vergangenheit nennt er beim Namen: Hillary Clinton, die am Sonntag ihren Eintritt in das Rennen um das Weisse Haus verkündete und nun mit einem umgebauten Kleinbus über Land auf dem Weg in den ersten Vorwahlstaat Iowa im Mittleren Westen ist. «Gestern hat eine Anführerin von gestern einen Wahlkampf mit dem Versprechen gestartet, uns ins Gestern zurückzubringen», erklärte Rubio. Das dürfte auch in den Ohren Jeb Bushs nachgeklungen haben. Der Ziehvater des ehrgeizigen Jungkonservativen dürfte nun nicht mehr ganz so warme Gefühle für Rubio haben, der vor fünf Jahren auf der Tea-Party-Welle in den Kongress gespült wurde. Statt dem ehemaligen Gouverneur von Florida den Vortritt zu lassen, fordert ihn Rubio bei den Vorwahlen der Republikaner heraus.

Der amerikanische Traum

Rubio positioniert sich in Miami als jugendliche Alternative zu zwei angestaubten Politikdynastien. «In vielen Ländern sind die höchsten Ämter für die Reichen und Mächtigen reserviert», malt er einen Kontrast zu seiner Herkunft aus einer Einwandererfamilie, die Kuba lange vor der Revolution verlassen hatte. «Aber ich lebe in einem aussergewöhnlichen Land, wo der Sohn eines Kellners und eines Dienstmädchens dieselben Träume und dieselbe Zukunft haben können wie jene, die aus privilegierten Verhältnissen stammen.»

Und doch nur zweite Wahl

Rubio mag helfen, jüngeren Wählern und Latinos die Partei der alten weissen Männer attraktiver zu machen. Aber die Republikaner sind eben weitgehend genau das und machen Rubio deshalb in den Umfragen bei mageren sechs Prozent zur zweiten Wahl.

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