Dänemark vor einem Wechsel der Regierung

KOPENHAGEN. Bei den dänischen Parlamentswahlen zeichnete sich gestern das erwartete knappe Ergebnis ab.

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KOPENHAGEN. Bei den dänischen Parlamentswahlen zeichnete sich gestern das erwartete knappe Ergebnis ab. Die Prognosen vom späten Abend sagten einen Sieg des bürgerlichen Blocks inklusive der rechtspopulistischen Dansk Folkeparti (DF) voraus, wobei die Führung auf die vereinten Mitte-Links-Parteien fünf bis zehn Sitze betrug. Erste Hochrechnungen waren von nur einzelnen Sitzen ausgegangen.

Wichtige «atlantische Mandate»

Bei einem knappen Ergebnis erhalten die sogenannten atlantischen Mandate entscheidende Bedeutung, vier Sitze, die Grönland und den Färöern zustehen. Traditionell stimmen drei dieser vier Abgeordneten für die Sozialdemokraten, einer für die Liberalen.

Laut Hochrechnungen werden die Sozialdemokraten grösste Partei mit rund 27 Prozent Wähleranteil – ein kleiner Gewinn gegenüber vor vier Jahren. Dahinter folgen je nach Hochrechnung die Liberalen des früheren Regierungschefs Lars Lökke Rasmussen mit 20 Prozent, ein Rückgang von fast 7 Prozentpunkten, oder die DF mit dem beinahe gleichen Resultat. Die Rechtspopulisten erzielten auf jeden Fall das beste Ergebnis ihrer Geschichte; laut einer Hochrechnung waren sie gar stärkste Partei des Bürgerblockes. Die Partei hatte im Wahlkampf mit ihren Forderungen nach einem Flüchtlingsstop und der Einführung von härteren Grenzkontrollen das Hauptthema Asyl- und Ausländerpolitik geprägt.

Erfolgreiche Grüne

Ins Parlament geschafft hat es auch die grüne Partei «Die Alternative», die erstmals antrat und knapp vier Prozent erzielte. Ihr Programm sieht fleischlose Tage für Staatsangestellte vor, eine komplett biologische Landwirtschaft und eine 30-Stunden-Woche – was sich laut Ökonomen nicht umsetzen lässt. (ann)