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CYRIL RAMAPHOSA: Der pragmatische Millionär

In Südafrika übernimmt nach dem Abgang von Jacob Zuma ein Manager und Macher das Ruder.

Der nüchterne Multimillionär Cyril Ramaphosa ist für viele Südafrikaner vielleicht nicht der Präsident der Herzen, aber sie schätzen den 65-Jährigen als Manager und Macher. Zudem ist der bisherige Vizepräsident nicht wie der zurückgetretene Staatschef Jacob Zuma in Korruptionsskandale verstrickt. Doch jetzt muss Ramaphosa dem Land zu einem Neustart verhelfen.

Cyril Matamela Ramaphosa stammt aus Soweto, dem grössten Township Südafrikas im Südwesten Johannesburgs. Er wurde vom Apartheidstaat als Student zweimal mehrere Monate eingesperrt, ging aber nicht ins Exil wie etwa Zuma. In den 1980er-Jahren setzte sich der Jurist für die Stärkung der Gewerkschaften ein. Nachdem die weisse Minderheitsregierung den ANC wieder erlaubt hatte, wurde er 1991 dessen Generalsekretär – und damit die Nummer zwei hinter dem aus der Haft freigelassenen Parteivorsitzenden Mandela.

In den Folgejahren war er federführend an den Verhandlungen zum Machtwechsel mit der weissen Regierung sowie an der Ausfertigung der neuen Verfassung beteiligt. Viele sahen ihn als Mandelas Kronprinzen. Doch 1997 zog er sich aus der Politik zurück. Ramaphosa ging in die Wirtschaft und wurde unter anderem mit Investments im Bergbausektor Multimillionär. Das Magazin «Forbes» schätzt sein Vermögen auf 450 Millionen US-Dollar. 2012 fiel er politisch in Ungnade, da ihm als Aufsichtsrat der Bergbaufirma Lonmin eine Mitverantwortung für die Erschiessung von rund 30 streikenden Arbeitern der Marikana-Mine zur Last gelegt wurde. Doch er kehrte 2014 als Zumas Vize in die Politik zurück.

Ramaphosa war lange nicht zugetraut worden, an die Spitze zu gelangen. Er gehört zur kleinen Volksgruppe der Venda, ganz anders als etwa Zuma, der sich als Zulu auf die Unterstützung der grössten Volksgruppe stützen konnte. Nun warten auf ihn grosse Herausforderungen: Als Präsident muss Ramaphosa zunächst Zumas Kabinett ausmisten, in dem mehrere Minister als korrupt oder un­fähig gelten. Dann muss er das Land mit seinen 55 Millionen Einwohnern wieder auf Kurs bringen. Südafrika ist der am weitesten entwickelte Staat des Kontinents, doch die krasse Kluft zwischen Arm und Reich, Korruption, ein marodes Bildungssystem und eine Arbeitslosenquote von fast 28 Prozent haben bei vielen Wählern zu Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und Wut geführt.

Jürgen Bätz (DPA)

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