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In der Nordsee wird ein Container mit Giftstoffen vermisst

Der Schweizer Reederei MSC droht nach der Havarie eines Frachters in der Nordsee eine Schadenersatzklage. Gesucht wird weiterhin fieberhaft nach drei Giftcontainern.
Helmut Hetzel, Den Haag
Niederländische Soldaten helfen beim Aufräumen am Strand auf Schiermonnikoog. (Bild: Remko de Waal/EPA)

Niederländische Soldaten helfen beim Aufräumen am Strand auf Schiermonnikoog. (Bild: Remko de Waal/EPA)

Die Niederlande wollen die in der Schweiz ansässige Reederei MSC, deren Containerschiff MSC-Zoe im Silvester-Sturm 270 Container vor der niederländisch-deutschen Nordseeküste verloren hat, auf Schadenersatz verklagen. «Die Sache ist ganz einfach. Der Verschmutzer bezahlt,» mit diesem Satz kündigte Bert Wassink, der Bürgermeister der niederländischen Wattenmeerinsel Terschelling, deren Strände durch die angespülten Container enorm verschmutzt sind, die Klage im TV-Nachrichtenmagazin «Nieuwsuur» an.

Wassink sagte ferner, dass die Schweizer Reederei MSC in den kommenden Tagen Versicherungsagenten auf die niederländischen Wattenmeerinseln schicken werde, die den entstandenen Schaden aufnehmen und schätzen sollen.

Grossreederei mit 70000 Mitarbeitern

Auch die Bürgermeisterin der niederländischen Wattenmeerinsel Vlieland, Tinneke Schokker, kündigte eine Klage gegen die MSC-Reederei in der Schweiz an. Die MSC-Reederei – Mediterranian Shipping Agency – hat ihre Hauptsitze in Basel und Genf. Sie ist hinter der dänischen Maersk die zweitgrösste Reederei der Welt und nicht nur im Containerfrachtverkehr auf den Weltmeeren aktiv. MSC veranstaltet auch Kreuzfahrten. Die schweizerische MSC-Reederei besitzt 490 Schiffe, beschäftigt weltweit 70 000 Mitarbeiter und hat Niederlassungen in 155 Ländern der Welt.

Der fast 400 Meter lange MSC-Frachter MSC Zoe hatte 19 000 Container an Bord. 270 Container wurden vom schweren Silvester-Sturm aus der Verankerung gerissen. Zwanzig Container wurden auf den niederländischen Wattenmeerinseln Terschelling, Vlieland und Schiermonnikoog an Land gespült. Die an die Strände gespülten Container enthalten alles Mögliche: Schuhe, Elektronik, Fernseher, Spielzeug, Autoteile, Möbel, aber auch potenziell gefährliche Chemikalien.

An die Strände der Wattenmeerinseln wurde aber auch viel Verpackungsmaterial aus Plastik sowie Styropor gespült. Sie sind also erheblich verschmutzt. Die Niederlande haben inzwischen Hunderte von Soldaten auf die Wattenmeerinseln geschickt. Sie sollen beim Säubern der Strände mithelfen.

Es droht ein grosses Fischsterben

Drei der über Bord gegangenen Container sollen aber auch Giftstoffe enthalten, nämlich die giftigen Peroxide. In ganz kleinen Mengen werden Peroxide Waschmitteln und Haarfärbemitteln beigesetzt. Ein Plastiksack, der mit Peroxiden gefüllt war, wurde vor der Küste von Schiermonnikoog bereits aus dem Wasser gefischt. Er war glücklicherweise noch nicht aufgeplatzt. Denn die Peroxide könnten, wenn sie ins Wasser gelangen, ein grosses Fischsterben auslösen.

Die Bewohner der niederländischen Wattenmeerinseln sammeln unterdessen die an Land gespülten Güter weiter eifrig ein. Denn das Einsammeln von Strandgut, auf Niederländisch jutten genannt, ist in den Niederlanden erlaubt. In Deutschland ist es dagegen verboten. In deutschen Gewässern entdeckten die Suchmannschaften aus Flugzeugen und Helikoptern bisher zehn treibende Container.

Eigenes Museum für Strandgut

Zurück zum Strandgut. Auf der Insel Terschelling gibt es sogar ein «Strandjutter-Museum». In diesem speziellen und kuriosen Museum werden unzählige Gegenstände ausgestellt, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten an den Stränden von Terschelling angespült und eingesammelt wurden. Strände jutten ist in den Niederlanden ein regelrechter Volkssport.

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