China

China: USA fordern Schliessung des chinesischen Konsulats in Houston

Die USA haben China nach chinesischen Angaben aufgefordert, sein Konsulat in der texanischen Stadt Houston zu schliessen. Das berichtete der Sprecher des Aussenministeriums, Wang Wenbin, am Mittwoch in Peking.

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ARCHIV - Die US-amerikanische (unten) und chinesische Nationalflaggen wehen vor einem Hotel. (zu dpa «China: USA fordern Schließung des chinesischen Konsulats in Houston») Foto: Andy Wong/AP/dpa

ARCHIV - Die US-amerikanische (unten) und chinesische Nationalflaggen wehen vor einem Hotel. (zu dpa «China: USA fordern Schließung des chinesischen Konsulats in Houston») Foto: Andy Wong/AP/dpa

Keystone/AP/Andy Wong

Nach chinesischen Medienberichten wurde den Diplomaten nur 72 Stunden gegeben, die USA zu verlassen. Der Aussenamtssprecher sprach vor der Presse in der chinesischen Hauptstadt von einer "politischen Provokation". Von amerikanischer Seite lag zunächst keine Bestätigung vor.

Die Entscheidung verschärft die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt, die schon wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus, der Handelspolitik und dem harten chinesischen Vorgehen in Hongkong und in Xinjiang im Streit liegen. Das Verhältnis ist aus chinesischer Sicht so schlecht wie seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 nicht mehr.

Aussenamtssprecher Wang Wenbin sagte, die US-Regierung habe am Dienstag überraschend gefordert, dass das chinesische Generalkonsulat "seinen ganzen Betrieb und alle Veranstaltungen einstellt". Der Schritt verstosse gegen international Normen und die konsularischen Vereinbarungen zwischen China und den USA.

"Wir fordern die USA auf, ihre falsche Entscheidung sofort zurückzuziehen", sagte der Sprecher. "Anderenfalls wird China eine legitime und notwendige Reaktion geben." Seit einiger Zeit schon belästigten die USA das diplomatische und konsularische Personal Chinas, sagte Wang Wenbin. Die einseitige Schliessung eines Konsulats in einer derart kurzen Zeit sei eine "beispiellose Eskalation des jüngsten Vorgehens gegen China".

Die USA hätten im vergangenen Oktober und im Juni schon zweimal Beschränkungen gegen das diplomatische Personal in den USA erlassen, beklagte der Aussenamtssprecher. Er warf amerikanischen Diplomaten in China seinerseits vor, sich in China "einzumischen" und die chinesische Gesellschaft zu "infiltrieren". Auch gebe es mehr Personal in den diplomatischen Missionen der USA in China als umgekehrt.

Die genauen Hintergründe, die die USA zu dem Schritt veranlasst hatten, blieben zunächst unklar.