China und sein Afrika-Plan

China hat die Aufnahme Südafrikas in die Brics-Gruppe forciert. Dabei sind Peking die wirtschaftlichen Defizite der Kap-Republik kaum entgangen.

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China hat die Aufnahme Südafrikas in die Brics-Gruppe forciert. Dabei sind Peking die wirtschaftlichen Defizite der Kap-Republik kaum entgangen. Doch die Volksrepublik hat wohl als einzige wirtschaftliche Grossmacht das, wovon Europäer und Amerikaner immer reden: Eine Afrikastrategie – und Südafrika ist darin ein wichtiger Stützpunkt Chinas.

Seit Jahren kauft Peking in Afrika Land und Rohstoffe, exportiert Know-how und Arbeitskraft dorthin. Und vor allem: China bleibt seinem Prinzip der Nichteinmischung in die politischen Verhältnisse von Handelspartnern treu – auch dort, wo die Lage der Menschenrechte dies mehr als fragwürdig macht. Das schürt westliche Kritik am Zynismus der Kommunisten in Peking.

Dabei wird oft übersehen, dass die Politik Chinas auch Entwicklungspotenzial für Afrika hat. Peking folgt nicht nur dem Energie- und Rohstoffhunger seines eigenen Wachstums. Es ist auch an der Ausdehnung chinesischer Exportmärkte interessiert. Das heisst: Es ist mehr als westliche Kritiker wahrhaben wollen, am Entstehen eines kaufkräftigen afrikanischen Mittelstandes interessiert. Chinas politischen Zynismus kritisieren macht nur Sinn, wenn der Westen afrikanische Produzenten auch als Partner auf Augenhöhe akzeptiert, statt seine Märkte weiter abzuschotten. Erst dann hätte der Westen Afrika etwas zu bieten, was Peking nicht in seinem Plan hat. Walter Brehm

walter.brehm@tagblatt.ch

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