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Chinas Militärpläne für Afrika

China hegt auf dem afrikanischen Kontinent nicht nur wirtschaftliche, sondern zunehmend auch militärische Interessen. Eine neue Sicherheitskonferenz untermauert diesen Anspruch.
Felix Lee, Peking
Ein chinesisches Militärschiff verlässt den Hafen von Zhanjiang. (Getty, 11. Juli 2017)

Ein chinesisches Militärschiff verlässt den Hafen von Zhanjiang. (Getty, 11. Juli 2017)

Schon beim Landeanflug auf den Flughafen von Dschibuti ist zu erkennen, womit das winzige Land am Horn von Afrika unter anderem sein Geld macht: mit der Vermietung von Grund und Boden für Militärbasen. Direkt neben dem Flughafen liegt das Camp Lemonnier, die Militärbasis der USA in Afrika. Einige Kilometer weiter haben Franzosen, Italiener und Japaner ihre Kasernen errichten lassen. Vor einem Jahr hat sich ein weiteres Land mit seinen Streitkräften in Dschibuti niedergelassen: China. Es ist der bislang einzige Übersee-Stützpunkt der Volksrepublik. Dabei soll es jedoch keineswegs bleiben.

Die chinesische Führung hat in diesen Tagen zu ihrer ersten China-Afrika-Sicherheitskonferenz geladen. Fast zwei Wochen soll die Tagung dauern, die gestern in Peking begonnen hat. Sie ziele darauf ab, «die umfassende strategische Partnerschaft zwischen China und Afrika zu vertiefen», verkündete Ren Guoqiang, Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums. Es gebe sowohl in Afrika als auch in China das Bedürfnis nach einer engeren Zusammenarbeit – auch in Sicherheits- und Verteidigungsfragen.

Wirtschaftlich sind die Chinesen in Afrika schon seit geraumer Zeit aktiv. Sie errichten auf dem Kontinent Minen, pumpen nach Erdöl, bauen Häfen aus und bauen Strassen und Schienen. Seit der Jahrtausendwende hat China den Handel mit Afrika um durchschnittlich 30 Prozent im Jahr gesteigert. Längst ist die Volksrepublik zum wichtigsten Handelspartner Afrikas geworden. Diese Erfolgsgeschichte hat die chinesische Führung mit dem Seidenstrassenkonzept in eine geo- und handelspolitische Strategie zusammengefasst und spannt derzeit Handelsrouten fast über die gesamte Welt. Um auch in Afrika seine wirtschafts- und handelspolitischen Interessen abzusichern, will Peking nun auch militärisch stärker Präsenz zeigen.

«Ein logischer Schritt der Politik von Xi Jinping»

Vor der Konferenz betonten chinesische Regierungsvertreter, das Ziel der Stationierung in Dschibuti sei vor allem die Unterstützung für friedenserhaltende Missionen oder humanitäre Hilfe in Afrika und Westasien. Zudem sollten die Schifffahrtswege gesichert werden und die Basis auch als logistischer Stützpunkt für den Antipiratenkampf in der Region genutzt werden. Immer wieder verwiesen die Regierungsvertreter darauf, dass in Dschibuti viele Nationen militärisch präsent seien. Chinas neues Engagement dürfe deshalb nicht überbewertet werden.

Doch westliche Sicherheits­experten vermuten, dass rasch auch eine militärische Komponente dazukommen könnte. «Dies ist ein logischer Schritt der Politik von Präsident Xi Jinping, in der Aussenpolitik härter und entschlossener aufzutreten», sagt Helena Legarda, Expertin für Chinas Militär beim China-Institut Mercis in Berlin. Sie vermutet, dass die nächste chinesische Militärbasis in Pakistan entstehen könnte. Das hätte unmittelbare geopolitische Konflikte zur Folge. Das andere Milliardenvolk Indien fasst es ohnehin als Bedrohung auf, dass China im Indischen Ozean immer mehr Präsenz zeigt.

Mit den USA können die Chinesen trotz ihrer Bestrebungen aber noch lange nicht mithalten. Die USA betreiben in über 40 Ländern weltweit mehr als 100 Militärbasen. China fehlten der Merics-Expertin zufolge schlicht die Mittel vor allem im Marinebereich, um Truppen in allen Teilen der Welt über einen längeren Zeitraum stationieren zu können. Daran wird auch die China-Afrika-Sicherheitskonferenz vorerst nicht viel ändern.

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