Cheney sichert Georgien Hilfe zu

US-Vizepräsident Dick Cheney hat Georgien gestern die uneingeschränkte Unterstützung seines Landes für den geplanten Nato-Beitritt zugesichert.

Christian Weisflog/Moskau
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«Wo Öl und Probleme sind, da ist auch Dick Cheney zu erwarten», schrieb gestern die «Times» in einem Kommentar zur Reise des US-Vizepräsidenten ans Kaspische Meer und über den Kaukasus in die Ukraine und die Türkei. George W. Bushs rechte Hand gilt als vehementer Verfechter der Strategie, die kaspische Region als alternativen Lieferanten von Öl und Gas zu nutzen.

Energieader in Gefahr

Die bereits gebauten und geplanten Transitpipelines führen dabei unter Umgehung Russlands von Aserbaidschan durch Georgien in die Türkei. Nach Moskaus militärischer Intervention in Georgien ist die Sicherheit dieser Energieader jedoch mehr denn je in Gefahr. Cheney sagte gestern in Tiflis, das Verhalten Russlands im Kaukasus-Krieg habe «ernste Zweifel» über die Verlässlichkeit Moskaus aufkommen lassen.

Bereits vor dem Krieg im Kaukasus setzte der Kreml alle Machthebel in Bewegung, um sein Transitmonopol für kaspisches Öl und Gas zu bewahren. Im Juni bot Gasprom Aserbaidschan an, all sein Gas zu «europäischen Preisen» zu kaufen. Anfang dieser Woche reiste der russische Premier Putin nach Usbekistan. Russland will eine neue Transitpipeline durch Usbekistan und Kasachstan bauen, um die grossen Gasreserven Turkmenistans anzuzapfen, für die sich auch die USA und Europa interessieren. Im Gegenzug versprach Putin Usbekistan russische Waffen.

An der Seite der Nachbarn

Angesichts der aggressiveren russischen Aussenpolitik versuchte Cheney in Aserbaidschan und Georgien daher zu signalisieren, dass die USA weiter unzweideutig an der Seite der kleinen russischen Nachbarstaaten stünden. «Wir haben uns im Schatten der russischen Invasion in Georgien getroffen», betonte der US-Vizepräsident am Dienstag nach dem Gespräch mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Alijew.

Tiflis erhält von den USA eine Milliarde Dollar Wirtschaftshilfe. Cheney sagte weiter, die Regierung von Präsident Saakaschwili könne auf die Unterstützung der USA zählen: «Georgien wird in unserem Bündnis sein. Die Nato ist eine Verteidigungsallianz.» Es sei nun die «Verantwortung der freien Welt», an Georgiens Seite zu stehen. Saakaschwili sei ein «prinzipienfester Politiker».

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