Boko-Haram-Jihadisten künden weiteren Terror an

Nach der bisher brutalsten Terroroffensive der Jihad-Gruppe Boko Haram – vergangenes Wochenende in der nordnigerianischen Stadt Baga – haben sich die Islamisten mit dem Massaker gebrüstet und neue Attacken angekündigt.

Walter Brehm
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Nach der bisher brutalsten Terroroffensive der Jihad-Gruppe Boko Haram – vergangenes Wochenende in der nordnigerianischen Stadt Baga – haben sich die Islamisten mit dem Massaker gebrüstet und neue Attacken angekündigt.

«Baga war erst der Anfang»

Bis zu 2000 Menschen sollen die Jihadisten in und um die Stadt Baga getötet haben. «Wir haben sie in der Tat getötet, so wie es unser Gott in der Heiligen Schrift Koran angeordnet hat.» Dies erklärte der Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau in einem Video, dass die Gruppe am Dienstag ins Internet gestellt hatte. Zudem erklärte er, Baga sei erst der Anfang gewesen. «Wir werden weitermachen, ihr werdet schon sehen.» Boko Haram habe in der Garnisonsstadt Baga von der nigerianischen Armee so viele Waffen erobert, dass sie damit das ganze Land auslöschen könne. Shekau wandte sich auch an die Staatschefs der Nachbarstaaten, die er als «Könige Afrikas» verhöhnte. «Ich fordere euch auf, mich anzugreifen. Ich bin bereit.» Das auf YouTube veröffentlichte Video lässt offen, wo und wann es aufgenommen wurde.

«Unfähig zu robuster Reaktion»

Die Eroberung der Stadt am Ufer des Tschadsees habe die «beachtliche Feuerkraft» der Terroristen demonstriert, sagte Mohammed Bazoum, Aussenminister der Republik Niger, an einem Krisentreffen westafrikanischer Staaten, zu dem auch Vertreter aus den USA, Deutschlands und Chinas angereist waren. «Die Ausbreitung des Jihadismus spiegelt unsere Unfähigkeit zu einer robusten Reaktion», fuhr Bazoum fort. Denn die Pläne für eine westafrikanische Interventionstruppe seien an dem Treffen in Niger nicht vorangekommen.

Zuvor hatte der UNO-Sicherheitsrat in New York am Montagabend eine Resolution verabschiedet, in der Nigerias Nachbarstaaten aufgefordert werden, rasch die erforderlichen «Mittel und Modalitäten für die geplante Eingreiftruppe festzulegen».

Ecowas fordert Unterstützung

John Mahama, Präsident Ghanas und Vorsitzender der westafrikanischen Staatengruppe Ecowas, erklärte jedoch: «Wir brauchen Unterstützung aus Europa bei der Finanzierung und Ausrüstung einer gemeinsamen Truppe.» Er stellte aber klar: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Nordnigeria auch europäische Soldaten marschieren sollen.»

Das ist allerdings auch nicht zu erwarten. Obwohl Boko Haram zunehmend auch die Nachbarländer Kamerun und Tschad bedroht, wird die Gruppe bis dato weder in Europa noch in den USA als Bedrohung über die Region hinaus gesehen.