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Boko Haram begeht Jubiläum mit Geiselnahme

Die Terrororganisation hat seit 2009 mehr als 20 000 Menschen ermordet. Ein Ende des Schreckens ist nicht in Sicht.
Samuel Schumacher
Zehn Jahre ist es her, seit die islamistische Terrortruppe Boko Haram Schülerinnen entführte. Hier nigerianische Soldaten und ein Verdächtiger. (Bild: Sunday Alamba/AP)

Zehn Jahre ist es her, seit die islamistische Terrortruppe Boko Haram Schülerinnen entführte. Hier nigerianische Soldaten und ein Verdächtiger. (Bild: Sunday Alamba/AP)

Mit blauem Kopftuch und gesenktem Blick sitzt Grace vor einer Plastikblache und fleht in die Kamera: «Bitte, bitte helft uns.» Hinter ihr sitzen fünf weitere Mitarbeiter der Organisation Action Against Hunger und starren ins Leere. Die Nigerianer sind seit einer Woche Geiseln von Boko Haram.

Das Video kursiert seit Donnerstag im Internet und beweist: Die islamistische Terrororganisation, die seit genau zehn Jahren im Norden Nigerias die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt, ist trotz gegenteiliger Behauptungen der nigerianischen Regierung noch immer aktiv.

20'000 Menschen ermordet

Seit Abu Bakr Shekau die Organisation im Juli 2009 übernommen hat, haben die bewaffneten Guerilla-Kämpfer mehr als 20 000 Menschen ermordet und rund 2,5 Millionen Nigerianer aus ihrer Heimat vertrieben. Die Organisation, die westliche Bildung als Sünde verflucht und rund um die Stadt Maiduguri im Nordosten Nigerias einen strikt nach der Scharia organisierten Gottesstaat errichten will, verübt in regelmässigen Abständen Selbstmordanschläge, überfällt Kirchen und Polizeistationen und hat in ihrem Terror-Wahn bislang schätzungsweise 30 Prozent aller Spitäler, Schulen und Brunnen im Grenzgebiet zwischen Nigeria, dem Tschad und Niger zerstört.

Weltweit für Schlagzeilen sorgte Boko Haram im April 2014, als die Terroristen als Soldaten verkleidet eine Schule im Ort Chibok überfielen und 276 Mädchen entführten. Die #bringbackourgirls-Kampagne, bei der auch Michelle Obama mitmachte, brachte wenig Erfolg. Viele der Mädchen sind bis heute verschollen.

Die schlecht bezahlten Soldaten der nigerianischen Armee waren bislang nicht in der Lage, Boko Haram zu besiegen. Zwar hat Nigeria einige Hochburgen der Terrororganisation zurückerobern können. Allerdings fehlen dem armen Land die Mittel, um die Schreckensherrschaft der Islamisten zu beenden. Grace’ Hilferuf wird daran vorerst nichts ändern.

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