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Bill Gates hat Angst um seine Milliarden – und zeigt sein wahres Gesicht

Der Multimilliardär ist gegen eine stärkere Besteuerung der Superreichen, selbst wenn dies Donald Trump zur Wiederwahl verhülfe?
Daniel Schurter / watson.ch
Der Microsoft-Gründer: Würde er Donald Trump wählen? (Bild: Keystone/EPA/ Ludovic Marin)

Der Microsoft-Gründer: Würde er Donald Trump wählen? (Bild: Keystone/EPA/
Ludovic Marin)

Das Internet mag ihn mal geliebt haben, den kauzigen Multimilliardär und Microsoft-Gründer Bill Gates. Doch nun schlägt dem zweitreichsten Mann der Welt Spott und Hohn entgegen. Grund: Gates hat Angst zu verarmen. Gar so viel Angst, dass er Donald Trump wählen würde?

Es geht um Äusserungen, die Gates am Mittwoch dieser Woche während eines Interviews machte. Da wurde er gefragt, ob er bei den Präsidentschafts-Wahlen 2020 für die US-Senatorin Elizabeth Warren sei, angesichts ihres Plans, Milliardäre mittels «Wealth Tax» stärker zu besteuern.

Gates drückte sich um eine klare Antwort, wem er seine Stimme geben würde, wenn er die Wahl zwischen Trump und Warren hätte. Dann sagte der Multimilliardär, er habe mehr als jeder andere an Steuern bezahlt. Über 10 Milliarden.

«Wenn ich 20 Milliarden Dollar zahlen müsste, ist das in Ordnung. Aber wenn Sie sagen, dass ich 100 Milliarden Dollar zahlen soll, dann fange ich an, ein wenig zu rechnen über das, was mir übrig bleibt.»

Richtig ist laut «Vice»: Sollte Elizabeth Warrens «Wealth Tax» umgesetzt werden, würde damit der Reichtum von Gates nicht mit einer Rate von über 90 Prozent besteuert, wie er andeutete; es wären sechs Prozent für Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar.

Im Internet übernahmen denn auch konsequenterweise andere das Rechnen für den Microsoft-Gründer.

«Ich bin nicht Bill Gates, also ist seine Mathematik wahrscheinlich besser als meine, aber er ist 106 Milliarden Dollar schwer, also, wenn man 100 Milliarden wegnimmt, scheint es, als würden ihm SECHS VERFICKTE MILLIARDEN DOLLAR verbleiben.»

Andere Twitter-User begannen Tik-Tok-Videos von jungen Leuten zu verbreiten, die versuchten, Gates' Vermögen für ihn auszugeben. Spoiler: Er könnte jedes NFL-Team kaufen und trotzdem Multimilliardär bleiben.

Am Donnerstag meldete sich Elisabeth Warren via Twitter zu Wort. Sie würde Gates gern erklären, wie viel Steuern er gemäss ihrem Vorschlag zu bezahlen hätte. Und: Sie verspreche, dass es keine 100 Milliarden Dollar seien.

Wohlgemerkt, das Geld der Milliardäre würde allen Amerikanerinnen und Amerikanern zugute kommen, über ein verbessertes staatliches Gesundheitssystem, Massnahmen gegen den Klimawandel und die Bekämpfung von Armut.

Darauf wiederum reagierte Gates mit einem Gesprächsangebot.

Das Volk diskutierte derweil ebenfalls weiter bei Twitter. Ein User mit der Profilbezeichnung «Every Billionaire Is A Policy Failure» schrieb:

«Die häufigste Antwort auf meine Anti-Milliardäre-Tweets ist: ‹Was ist mit den Guten, wie Bill Gates?› Leute, es gibt keine guten. Keine anständige Person würde jemals so viel Geld anhäufen. Dieser Mann wird für Trump stimmen, um seine Steuerpflicht zu reduzieren.»

Zu Wort meldete sich auch Michael Hobbes, ein Reporter, der gemäss «Vice» ausführlich darüber geschrieben hat, wie sich die philanthropischen Bemühungen der Gates Foundation negativ auf staatliche Bildungsprogramme auswirken:

«Herzlichen Glückwunsch an alle Journalisten, die Bill Gates jahrelang unterstützt haben, ohne kritische Fragen zu stellen zu seinen persönlichen Überzeugungen oder seiner Wohltätigkeit.»

Bill Gates sei bei Weitem nicht der einzige Milliardär, der sich wegen Warrens Steuerplänen Sorgen mache, hält «Vice» fest.

Die Milliardärsklasse fürchte sich und sollte sich auch fürchten, twitterte der parteilose Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders, der sich als sozialdemokratisch eingestellter Politiker für eine gerechtere Vermögensverteilung einsetzt.

Zufall oder nicht: Mit dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat diese Woche ein weiterer Milliardär angekündigt, sich ins Rennen ums US-Präsidentenamt einzumischen. Der 77-Jährige wolle noch diese Woche in mindestens einem US-Bundesstaat die Unterlagen für seine Kandidatur einreichen, hiess es am Donnerstag.

PS: So viele US-Milliardäre gibt es mittlerweile ...

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