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Bettina Wulff kämpft um ihre verlorene Ehre

Zur Affäre um den zurückgetretenen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff gehörte auch ein Sumpf von Verleumdungen, denen sich seine Frau Bettina Wulff ausgesetzt sah. Nun kämpft sie um ihre verlorene Ehre.
Fritz Dinkelmann
Bettina Wulff (Bild: dpa)

Bettina Wulff (Bild: dpa)

BERLIN. Als Christian Wulff um sein Amt kämpfte, da stand eine Frau an seiner Seite, die sich dem Sperrfeuer der Medien lächelnd stellte und eine Souveränität ausstrahlte, die selbst Wulff-Jäger beeindruckte. Zuletzt war das offensichtlich, als sie nach dem Rücktritt ihres Mannes bei einem Empfang im Springer-Verlag auftauchte und mit ihrer Anwesenheit alle überraschte. Darunter auch jene Medienvertreter und Politiker, die monatelang Gerüchte zirkulieren liessen, die Bettina Wulff eine Rotlichtvergangenheit andichteten.

Wer im Internet bei Google ihren Namen eingab, erhielt prompt Vorschläge, die helfen sollten, dieser Spur bequem zu folgen: Escort, zum Beispiel. Und bundesweit bekannte Blogger, berüchtigt für ihre notorisch falschen, aber oft aufsehenerregenden Behauptungen, legten diffuses Material vor, das die anrüchige Vergangenheit der Ex-Präsidenten-Gattin belegen sollten.

Jauch und Google verklagt

Die «Berliner Zeitung» publizierte schliesslich einen Bericht, der den Verdacht nährte. Daraus zitierte kurz darauf Günter Jauch in seiner Talkshow, um daraus eine Frage an einen Gast abzuleiten. Am Wochenende nun wurde bekannt, dass Bettina Wulff sowohl Google wie auch Jauch verklagt hatte. In der Folge unterzeichnete Jauch wie 34 andere deutsche und ausländische Medien und Blogger eine Unterlassungserklärung.

Google will an der üblen Geschichte nicht mitgewirkt haben und kommt darum nun ins Visier renommierter Strafrechtler, die aus dem Fall Bettina Wulff einen Präzedenzfall machen wollen. Denn bis jetzt verlor der Internetriese noch keinen vergleichbaren Prozess. Entschuldigt hat sich von den namhaften Medien bislang nur «Stern»-Chefredaktor Thomas Osterkorn: «Wir haben eingesehen, dass nicht haltbar ist, was wir geschrieben haben.» Und auch: «Das hätte nicht passieren dürfen.»

Neue Gerüchte im Umlauf

Am Wochenende verbreiteten Medien ausserdem die Meldung, es gebe nun Gerüchte, dass Wulffs eigene Partei im Bundesland Niedersachsen Bettina Wulff haltlos verunglimpft hätte. Und prompt forderte die SPD daraufhin von der CDU-Landesregierung Aufklärung. Gestützt ist diese Aufforderung allerdings einzig auf Gerüchte. Dafür, dass sich Bettina Wulff erst jetzt wehrt, gibt es sachliche Gründe. Hätte sie es früher getan, wäre das im Schatten der Präsidentengeschichte wahrgenommen worden. Nun kämpft sie als Individuum um ihre Ehre.

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