Beschimpft und bedroht

Der 57jährige Bart Stupak lebt gefährlich. Jedenfalls, wenn man die Drohungen ernst nimmt, die seit seinem Kompromiss mit Präsident Obama bei der Gesundheitsreform täglich bei ihm eingehen. «Du bist tot. Wir wissen, wo Du lebst.

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Der 57jährige Bart Stupak lebt gefährlich. Jedenfalls, wenn man die Drohungen ernst nimmt, die seit seinem Kompromiss mit Präsident Obama bei der Gesundheitsreform täglich bei ihm eingehen. «Du bist tot. Wir wissen, wo Du lebst. Wir kriegen Dich», steht etwa auf einem Fax, den ein anonymer Absender ans Büro des Kongressabgeordneten aus Michigan schickte. Seine Frau geht daheim in Menominee schon gar nicht mehr ans Telefon. Der Anrufbeantworter ist voll mit Schimpftiraden und Todesdrohungen.

Der Demokrat zieht ganz besonders den Hass der rechten «Tea Party»-Aktivisten auf sich. Galt der Widerstand des praktizierenden Katholiken gegen die Abtreibungspassagen im Gesetzespaket zur Gesundheitsreform doch als die beste Chance, diese zu verhindern. Dass sich Bart Stupak in letzter Minute mit Obama verständigte, macht ihn aus Sicht extremer Reformgegner zum Verräter.

Das FBI und die Polizei auf dem Capitol Hill bieten Stupak Personenschutz, wenn er über die Osterferien zurück in seinen Wahlkreis fährt. Wie mindestens zehn anderen Demokraten, die seit Verabschiedung der Gesundheitsreform massiv bedroht worden sind.

Stupak, der als Polizist einst Jagd auf Mitglieder des Ku Klux Klans machte, lässt sich von all dem nicht einschüchtern. Er veröffentlicht die Drohanrufe via Internet und Fernsehen.

Und er nimmt die Republikaner in die Verantwortung, deren Rhetorik am vergifteten Klima mitschuldig sind. (T.S.)

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